Kurztrainingslager im Nationalpark Harz 2009

Der Harz mit Brocken ium Hintergrund

1. Tag: Tachoangaben: 122,73Km, 4:54:45Std., 24,98Km/h Schnitt, 66,46Km/h max., 1560 Höhenmeter

2.Tag: Tachoangaben:  61,68Km, 3:10:33Std., 19,42Km/h Schnitt, 60,25Km/h max, 1250 Höhenmeter

steigungSo ich musste etwas tun um meine Fitness, gerade im Radfahren etwas zu verbessern. Die letzten Wochen, seit der Absage beim Hamburg Marathon ging es irgendwie nicht vorwärts. So hatte ich ein Kurztripp in den Harz geplant. Mein Kumpel Jörg war begeistert und sagte gleich zu als ich ihn fragte ob er Lust hätte mitzukommen.
Wir fuhren gleich am Freitag nach der Arbeit los. Die Straßen, es war ja das Pfingstwochenende, sollten voll werden. Aber das störte uns nicht. Gegen 16:00Uhr holte ich den „Doc" ab und es ging Richtung Harz. Die Straßen waren Verhältnismäßig leer, zumindest Richtung Süden und so kamen wir, nach kurzem Einkauf in Zorge, gegen 20:00Uhr am Campingplatz „Am Bärenbache" an.

1.Tag

Tachoangaben: 122,73Km, 4:54:45Std., 24,98Km/h Schnitt, 66,46Km/h max., 1560 Höhenmeter

JoernAm nächsten Morgen standen wir rechtzeitig auf  und nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir unsJoerg gegen 9:45Uhr auf den Harz zu erkunden. Ich hatte mir in den Tagen vorher ein paar Touren über das Internet ausgesucht und so sollten es heute ca. 120Km rund um den Harz werden bevor wir dann noch auf den Brocken fahren wollten. Unser Campingplatz lag etwas tiefer und so mussten wir gleich am Anfang, wir hatten den Campingplatz noch nicht ganz verlassen, eine 15%tige Steigung nach Hohegeiß bewältigen. Das fängt ja gut an. Nach ca. 1Km und gefühlten 500Höhenmeter ;-) ging es in rasanter Abfahrt die B4 Richtung Braunlage runter . Wir stellten schnell fest, dass es hier entweder Bergab oder Bergauf ging. Etwas dazwischen schien es nicht zu geben. Aber deshalb sind wir ja auch die gut 270Km in den Harz gefahren. Wir fuhren durch Braunlage durch und weiter auf der B4 Richtung Torfhaus. Es schien immer nur Bergauf zu gehen. In Torfhaus angekommen, fuhren wir links die L504 Richtung Altenau. Und nun wurden wir Entschädigt. Es ging in einer rasanten Abfahrt  ca. 3-4 Km steil Bergab. Mein Tacho zeigte zwischendurch 67Km/h an. In Altenau angekommen ging es rechts weg Richtung Oketal Sperre. Es ging immer weiter Bergab, nicht mehr so steil, aber führ 40Km/h reichte es locker. Das Wetter wurde immer schlechter und kühler, so dass wir uns an der Okertalsperre etwas warmes anziehen musste. Waren wir bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, so war es jetzt stark bewölkt. Nachdem wir uns die Okertalsperre angesehen hatten, ging es weiter auf der B498 und L501 über Göttingerrode nach Bad Harzburg. Hier, so schien es, hatte wir den tiefsten Punkt unserer Tour erreicht. Von BadHarzburg ging es über Eckertal,Iisenburg, Darlingerrode nach Werningerrode. Langsam machten uns die stetigen Steigungen doch zu schaffen. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem wir Werningerode verlassen hatten und Hasserode hinter uns gelassen hatten ging es auf der L100 hoch zu „Drei Annen Hohne". Das war es also. Ein Anstieg den wir so schnell nicht vergessen werden. 5Km stetig Bergauf und Steigungen zwischen 8-12 %. Als wir den „Gipfel" erreicht hatten, trieften wir nur so und mussten gleich weiter da wir sonst auskühlten, so kalt war es inzwischen geworden. Wer jetzt eine rasante Abfahrt erwartet hatte, wurde Enttäuscht. Es ging noch immer „nach oben". In Schierke angekommen, suchten wir den „Aufstieg" zum Brocken. Wir waren uns aber schnell einig, das wir diesen „Trip" heute nicht mehr schaffen würden. Gut 90Km Berg und Tal langen hinter uns, aber wir waren kaputt als wenn wir 200Km in den Beinen hatten. Nachdem wir die Straße zum Brocken erfragt hatten machten wir uns auf Richtung Campingplatz. Eine kurze aber sehr steile (12%) Abfahrt von Schierke nach Elend gab uns noch einmal ein wenig Luft. Ohne es zu wissen nahmen wir noch einmal einen Umweg über Köningshütte, Tanne und Sorge bevor wir den „Aufstieg" auf der B4 Richtung Hohegeiß in Angriff nahmen. Er verlangte noch einmal alles von uns ab. Nun hatten wir gut 115Km hinter uns und mussten noch einmal 6Km hoch Richtung Hohegeiß. Aber auch das schafften wir und waren überglücklich am Camping angekommen zu sein. Wir hatten uns etwas Überschätz oder die Berge etwas unterschätzt. Den Brocken haben wir heute nicht geschafft, aber morgen sollte er dran glauben.
Nach einer heißen Dusche, einem leckeren Essen im Restaurant auf dem Campingplatz fielen wir ins Bett und schauten uns das Pokalfinale Leverkusen gegen Bremen an. Dann ging das Licht aus.


2.Tag

Tachoangaben: 61,68Km, 3:10:33, 19,42Km/h Schnitt, 60,25Km/h max, 1250 Höhenmeter

Der BrockenDer nächste Morgen. Es hatte in der Nacht stark geregnet und als wir aufgestanden sind sah es nicht so aus als wenn wir heute hätten Rad fahren können. Doch nach dem Frühstück verzogen sich einige Wolken und vereinzelt schaute die Sonne durch. So entschieden wir uns doch noch zu unserer Brockentour. Die Beine waren noch etwas „schwer" aber wir waren zuversichtlich es heute zu packen. Allerdings fuhren wir diesmal den direkten Weg zum Brocken. Es war 10:15Uhr als wir den Campingplatz erneut mit unseren Rennrädern verließen und die 15% Steigung gleich am Campingplatz meistern mussten. Wie gestern schon ging es auf der B4 Richtung Braunlage, allerdings fuhren wir diesmal nicht nach Braunlage rein sondern rechts ab die B242 und K1353 nach Elend. Hier mussten wir die erste starke Steigung „erklimmen". Von Elend nach Schierke waren es nur geschätzte 3Km aber die hatte es mit 12% in sich. In Schierke angekommen trafen wir zwei Rennradfahren aus Berlin die dieselbe verrückte Idee wir wir hatten. Mit dem Rennrad rauf auf dem Brocken. So machten wir vier uns zusammen an den „Aufstieg". 10Km mit zum Teil sehr schlechten Belag und einigen steilen „Rampen" lagen nun vor uns. So stand es Das Brockenhausjedenfalls im Internet. Und so war es auch. Der „Fahrbahnbelag" hatte zum Teil riesige Schlaglöcher, so dass man regelrecht zickzack fahren musste. Die ersten 1-2Km waren sehr „moderat" in der Steigung. Dann kamen die ersten Rampen. Jeder fuhr nun sein eigenes Tempo und achtete nur noch auf sich selbst. Ein Berliner zog davon und ich versuchte dran zu bleiben. Das schien auch zu  klappen. Jörg und der andere Berliner ließen sich ein wenig zurück fallen. Bei Km 6-7 wurde es dann brutal steil über eine Strecke von ca. 500 bis 600m. Ich fiel stark zurück und hatte Schwierigkeiten weiter zu fahren. Mein Tacho zeigte nur noch 10Km/h an. Noch etwas langsamer und ich würde umkippen. Dann wurde es etwas flacher und ich konnte mich wieder ein wenig erholen. Die Straße wurde nun langsam von Wanderer überfüllt. Es waren nur noch wenige 100m und man musste an den Leute im Slalom vorbei. 400m noch. Es ging noch einmal über die Gleise der Brockenbahn bevor es erneut eine Rampe im Stile einer Serpentine zu bewältigen gab. Meine Oberschenkel „brannten" wie Feuer und ich dachte schon ich schaffe es nicht mehr. Aber jetzt absteigen, vor den Augen der 100, ach was sage ich, 1000 Wanderer und Pilger. Nee, trotz meiner schlechten Übersetzung von 43/27 schaffte ich es nach gut 38min den Gipfel des Brockens zu erreichen. Der erste Berliner wartete schon auf mich. Schweißgebadet zog ich mir sofort trockene Kleidung an. Hier oben wehte ein kräftiger Wind und es waren nur 9°C. Keine 5 min. später kam auch Jörg total erschöpft aber überglücklich an. Weitere 5min, dann war auch der zweite Berliner da. Wir schauten uns auf dem Gipfel ein wenig um und verabschiedeten uns dann von den Berlinern. Den wurde es zu kalt hier oben. Auch wir wollten schnell wieder „nach unten" aber nicht bevor wir ein „Beweisfoto" (sihe unten) gemacht hatten. Danach machten wir uns an den „Abstieg". Dieser war fast schwerer als der Aufstieg. Wegen der schlechten Wegstrecke und den hunderten von Pilgern standen wir die gesamten 10Km fast nur auf der Bremse (wir hatten schon Angst der Bremsbeläge reichen nicht bis unten ;-). Als wir in Schierke wieder angekammen, die Sonne schien nun tatsächlich auch mal etwas länger, gönnten wir uns ein Capuccino und ein Stück Kuchen. Danach ging es zurück zum Campingplatz. Der Anstieg  nach Hohegeiß  tat zwar noch einmal etwas weh, aber gegen die Brockentour war es ein Witz.

Zwei auf dem Brocken

Zwei Triathleten auf dem Brocken

Die Heimreise traten wir dann nach einer heißen Dusche gegen 17:00Uhr an.

Fazit: Es war ein super schönes, wenn auch sehr anstrengendes Wochenende. Es hat sehr viel Spaß gemacht, woran der „verrückte Doc"einen großen Anteil hatte. Ich denke der Harz und auch der Brocken werden mich noch einmal erleben!