IRONMAN AUSTRIA 2012

klagenfurt woerthersee

Platz Pl. AK
Start-Nr. Name Swim T1 Bike T2 Run Gesamt
1 1 1 Faris al Sultan 0:50:57 0:02:25 4:25:38 0:01:52 2:50:37 08:11:31
427 48 2124 Jörn Oltmann 1:41:51 0:05:06 5:25:00 0:3:26 3:45:40

11:01:03

Nach dem Schwimmen: Platz 1724 (AK 261)
Nach dem Radfahren: Platz 897 (AK 123)

Nach dem Laufen:

Platz 427 (AK 48)

Ironman logo austria

Ergebnisliste AK-Zeiten
U R K U N D E

Tachoangaben:
179,5Km; 05:27:18Std.
32,9Km/h Schnitt; 70,8Km/h max
Puls Kurve IM Austria

*** Bilder ***


Start Nr IM ATNun ging es endlich langsam los. Nach monatelanger Vorbereitung und insgesamt 96,1Km Schwimmen, 3130,5 Km Radfahren und 1727,3Km Laufen sowie über 97Std. Kraft- und Athletiktraining sollte mein Highlight für 2012 012 IM Austria 12stattfinden. Los ging es am Dienstagabend den 26.06.2012 gegen 18:00Uhr mit Frau Richtung Klagenfurt. Die erste Etappe brachte uns bis nach Fulda wo wir, auf einem Parkplatz extra für Wohnmobile, übernachteten. Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Klagenfurt bzw. den Campingplatz am Wörthersee erreichten wir , nach einigen Pausen unterwegs, gegen 19:00Uhr am Mittwochabend. Nachdem wir eingecheckt hatten, das Wohnmobil „geparkt“ hatten und alles eingerichtet war, gingen wir noch ein wenig am See spazieren. Der See lag ruhig und majestätisch vor uns. Anschließend vielen wir, von der langen Anfahrt erschöpft, in den Schlaf.
Am nächsten Morgen stand ich schon gegen 6:30Uhr auf um die Beine ein wenig bei einem 45minütigen Lauf vor dem Frühstück zu lockern. Schon jetzt viel mir die Wärme auf. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne schien. Laut Wettervorhersage sollte in den nächsten Tagen eine Hitzewelle über Kärnten herein ziehen, was man schon jetzt spüren konnte. Nach dem Frühstück schlenderte ich über die Expo und holte meine Startunterlagen ab. Es war nun Mittagszeit und die Sonne brannte nun förmlich vom Himmel. Das Thermometer zeigte 34°C im Schatten an und Birgit und der Hund verkrochen sich im Schatten, während ich mein Rad für eine kleine Trainingsrunde fertig machte. Es ging gut 20Km an der südlichen Seite des Wörthersees entlang bevor ich wieder umdrehte. Dies war auch ein Teil der Radstrecke vom IM und war sehr schön gelegen. Am Abend genoss ich dann noch einen Schwimmrunde mit Neo im Wörthersee und stellte fest das dieser doch recht wam war. Das „roch“ förmlich nach
Neoverbot am Wettkampftag. Aber noch hatte ich Hoffnung. Abends wurde noch der Grill „angeschmissen“ und wir ließen den Abend ausklingen. Nachdem ich am gestrigen Tag doch recht viele sportliche Aktivitäten gemacht hatte, wenn gleich auch nicht intensiv, ließ ich es am heutigen Tag ruhig angehen und verkroch mich, ebenso wie Birgit und der Hund, vor der Hitze im Schatten. Es wurde von Tag zu Tag wärmer. Die Pasta Party am Freitagabend im großen Festzelt war fast unerträglich, so warm war es im Zelt. Am Samstagvormittag dann die Bestätigung: NEOVERBOT! Bei der Wettkampfbesprechung wurde bekannt gegeben das der Wörthersee eine aktuelle Wassertemperatur in 1 Meter Tiefe von exakt 24,8°C hatte (Neoverbot bei 24,6°C) und man damit rechnet das die Temperatur mindestens 1°C ansteigen würde. OK muss ich wohl mit zurechtkommen. Am späten Nachmittag ging ich dann noch einmal ohne Neo ins Wasser und schwamm eine Runde. Wow der See war wirklich sehr warm. Für den Renntag am morgigen Sonntag wurden dann auch noch Rekord Temperaturen von bis zu 38°C im Schatten vorhergesagt. Ich mag ja Hitze, aber das hier war schon der Hammer!. Spät am Abend gegen 18:00Uhr checkte ich mein Rad ein. Die Wechselzone lag ca. 10min vom Schwimmstart und somit auch vom Campingplatz entfernt. Es konnte los gehen ...


RACE DAY

Wettervorhersage Klagenfurt AT084 IM Austria 12Um 4:30Uhr klingelte der Wecker. Ich hatte sehr gut geschlafen und machte mir nun erst einmal einen Kaffee.Nachdem ich dann noch zwei Scheiben Brot gegessen hatte, fuhr ich gegen 5:30Uhr mit meinem Crossrad noch einmal zur Wechselzone und breitet alles für einen schnellen Wechsel vor. Anschließend fuhr ich zurück und zog mich für den Schwimmstart um. Gegen 6:10Uhr machte ich mich mit Birgit auf zum Strandbad am Wörthersee wo sich der Schwimmstart befand. Das Thermometer zeigte jetzt schon satte 22°C an. Es wird wohl eine ziemlich heiße Angelegenheit. Das Strandbad bzw. der Startbereich waren schon voll von Athleten und Zuschauern. Birgit machte noch ein paar Fotos dann begab ich mich in den Startbereich. Es wurde noch eine kurze Andacht gehalten und die Österreichische Nationalhymne gespielt. Dann ging es pünktlich um 7:00Uhr los. Ich rechnete mit einem kleinen „Kälteschock“ so ganz ohne Neo, aber das Wasser war angenehm warm. Gut 2600 Athleten stürmten ins Wasser. Da der Startbereich sehr breit war, hielt sich das „hauen und stechen“ in Grenzen. Es ging sogar einigermaßen ruhig zu im Wasser. Nur ab und an mal ein Schwimmer der quer zur Schwimmrichtung schwamm. Es ging nun 1230m raus in den Wörthersee bevor wir eine 90° links Kurve machten. Gut die Hälfte der 1230m klappten prima, dann kam ich aus meinem Rhythmus und musste immer wieder mal in den Bruststil wechseln. Mist, ich bin eben ein total schlechter Schwimmer. Nach der ersten Kurve ging es ca. 500m erneut geradeaus dann kam wieder ein Boje und es ging zurück. Diesmal am Strandbad vorbei in einen kleinen Seitenkanal . Ich befand mich ja schon im letzten Drittel der Schwimmer, aber im Kanal wurde es dann noch einmal sehr eng. Hier im Kanal mussten wir die letzten gut 1000m zurücklegen bevor es zum Schwimmausstieg ging. Als ich den Ausstieg erreichte, ich hatte nun ca. die Hälfte der Strecke im Bruststil geschwommen, waren meine Beine ein wenig „flau“. Bis zur Wechselzone und zu meinem Rad waren es nun noch ca. 400m. Die Wechselzone befand sich auf dem Universitätsparkplatz und war komplett Asphaltiert. Jetzt hatte es natürlich einen Vorteil keinen Neoprenanzug anzuhaben. Ich griff meinen Wechselbeutel, zog meine Radschuhe an, setzte den Rad Helm sowie Brille auf und lief zu meinem Rad. Dann ging es los zur Aufholjagt. Meine vorgenommen Zeit von ca. 10:15 Std. hatte ich mir schon vor dem Rennen „abgeschminkt“ was meine katastrophale Schwimmzeit nur bestätigte. Aber ich wollte mich nicht so einfach geschlagen geben. Allerdings hatte ich einen wahnsinnigen Respekt vor der Hitze und so ging ich die Radstrecke vorsichtig an. Die ersten Kilometer waren flach und ich kam gut voran. Ich überholte einen Radfahrer nach dem anderen. Komisch, sind die so langsam oder ich so schnell? Es war wohl beides ein bisschen. Ich versorgte mich auf dem Rad und ließ es einfach laufen. Die erste Runde von 2 lief ganz gut. An den Anstiegen nahm ich immer das Tempo raus um Kraft zu sparen während ich auf der Geraden versuchte „lockeres“ Tempo zu machen. Da ich auf meinem neuen Zeitfahrrad noch keinen Wettkampf bestritten hatte und nie länger als 4 Stunden gefahren bin094 IM Austria 12, hatte ich schon Angst mein Nacken und Rücken würden mir Probleme machen. Aber nichts da es lief alles gut. In der zweiten Runde wurde es dann richtig warm Der Fahrtwind kühlte nicht mehr sondern hatte eher den Effekt eines warmen Föns. Ich versuchte viel zu trinken und kühlte meinen Körper und Beine bei jeder Versorgungsstation mit kaltem Wasser. Ich war mir nicht ganz sicher, als ich nur noch wenige Kilometer zu fahren hatte, ob ich mich freuen sollte oder nicht. Denn der anschließende Marathon in der sengenden Hitze wird wohl nun erst richtig zur Quälerei. Kurz nach 14:00Uhr stieg ich vom Rad und machte mich auf die letzten 42,195Km bis zum Ziel. Wie sich später rausstellte, hatte ich auf der radstrecke gut 190 Plätze in meiner Alterklasse gut gemacht und befand mich auf Platz 79 meiner AK. Wow, erst jetzt schlug mir die Hitze voll entgegen. An der ersten Versorgungsstation schüttete ich mir einige Becher Wasser über den Kopf, trank einen großen Schluck Wasser und lief weiter. Meinen Puls hatte ich schon in der ersten Radrunde nicht m096 IM Austria 12ehr kontrolliert und die Kilometerzeit beim Laufen war mir inzwischen auch egal. Ich wollte nur ankommen. Aber mein Lauftempo schien nicht all zu langsam zu sein, denn ich überholte einen Läufer nach dem anderen. Auch hatte ich die ersten Läufer schon nach 2 bis 3 Km gehen sehen. Da wo kein Schatten war, war die Hitze unerträglich. Zum Glück hatten viele Privatleute ihre Gartenschläuche, Eimer, Gießkannen etc. herausgeholt, um uns Athleten mit dem kalten Wasser zu kühlen. Auch gab es an einigen Versorgungsstellen Eiswürfel, welche man in den Trisuit oder unter das Laufcap packen konnte. Die Kilometer zogen sich nur so hin und ich hatte das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Auch konnte ich keine Gelpäckchen mehr sehen. Mir wurde schon schlecht nur an den Gedanken eines nehmen zu müssen. Ab Km 5 bin ich dann an jeder Versorgungsstation gegangen um mich Vernünftig zu Verpflegen. Was allerdings meistens nur aus einem Schluck Wasser und mehreren Bechern Wasser über dem Kopf zur Abkühlung bestand. Auch die Zuschauer Massen die in Klagenfurt standen, hier musste wir Athleten 4x vorbei laufen, konnten mich nicht motivieren schneller zu laufen. Ab KM 20 wurde es dann ein reines Kopfrennen. Mal ging es mir total schlecht und ich dachte ich muss die letzten Kilometer gehen, dann wiederum war alles in Ordnung und ich lief ohne Problem. Ein auf und ab wie es aber in fast jeder Langdistanz vorkommt. Ich nahm jede nur erdenkliche Möglichkeit meinen Körper zu kühlen war. Als ich das vorletzte Mal durch Klagenfurt lief, es waren mittlerweile 33Km geschafft hatte ich meine Tiefs überstanden und es lief ganz gut. Nun zählte ich Kilometer für Kilometer und freute mich schon auf die Eiskalte Cola im Zielbereich. Als ich die Kilometermarke 40 erreichte, schaute ich auf meine Uhr und es waren noch 12Min bis zu den 11Std. Ich versuchte noch einmal das Tempo zu verschärfen, wollte ich doch nun wenigstens noch Sub 11 erreichen. Zu meinem Erstaunen klappte es sogar und ich überholte noch ein paar Läufer die so aussahen als ob Sie auch auf der letzten Runde waren. Allerdings schien das mit der Kilometermarke wohl nicht ganz gestimmt zu haben. Als ich gut 400m vor dem Ziel erneut auf meine Uhr schaute, hatte ich noch genau 30Sek bis zu den 11Std. Mist dachte ich da stand die 40 Kilometermarke wohl nicht ganz richtig, denn über 6min/Km bin ich die letzten Kilometer bestimmt nicht gelaufen. Kein Problem, ich wollte nun die letzten gut 400m im Zielkanal unter den vielen, vielen Zuschauer genießen und nicht wie letztes Jahr in Roth, nach dem Rennen kaum noch Erinnerungen haben. So lief ich durch das Ziel Tor, bekam die Medaille umgehängt und hörte noch wie der Sprecher ins Mikrofon rief „YOU ARE AN IRONMAN“. Ja das war ich diesmal wirklich. Wer diesen Wettkampf zu Ende gebracht hat, der durfte wirklich stolz auf sich sein. Später hörte ich noch dass von 2700 gemeldeten Athleten, ca. 2600 an den Start gegangen sind, wovon 1997 Athleten ins Ziel gekommen sind. Über 600 Athleten haben den Kampf gegen die Hitze verloren und aufgegeben. Nachdem der Flüssigkeitsmangel ausgeglichen war, ich mir eine Dusche gegönnt hatte und das Rad aus der Wechselzone abgeholte hatte, schaute ich mir noch die Finish Line Party an und sah den letzten Athleten gegen 23:48Uhr ins Ziel laufen, Anschließend gab es ein großes Feuerwerk dann war der „längste Tag des Jahres“ vorbei und ich ging schlafen. Am nächsten Tag beschlossen Birgit und ich, entgegen unserer Planung, Klagenfurt und die Hitze zu verlassen. Waren es doch am Montagmorgen erneut schon wieder weit über 30°C.

120 IM Austria 12

Fazit:
Ich hatte es mir alles etwas anders Vorgestellt, aber der reine Wettkampf, die Organisation, die Umgebung, die Schwimmstrecke im Wörthersee, der Radkurs sowie die Laufstrecke waren fantastisch. Auch wenn ich nicht mein Ziel erreicht hatte und nur 48 meiner AK geworden bin, war es eine super schöne Veranstaltung. Ich werde mich wohl noch lange an den Wettkampf erinnern und wenn alles klappen sollte, 2014 erneut versuchen teilzunehmen um dann zu zeigen das man hier eine weitaus bessere Zeit erreichen kann. Nächstes Jahr geht es aber erst einmal nach Lanzarote und Frankfurt.

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