IRONMAN Lanzarote 2015

Start nr lanza Start-Nr. Platz Pl. AK
Name Swim WZ1 Bike WZ2 Run Gesamt IMG 2174
 1 1  1  Alessandro Degasperi  0:51:10  0:03:01  5:12:12  0:03:10  2:47:15  8:56:49 Std.
 1401  424 58 Joachim Kurzbach  1:12:27  0:08:39  6:32:38  0:04:49  4:14:51  12:13:25 Std.

 1553

489 27  Jörn Oltmann  1:26:12  0:08:11  6:37:10  0:06:26  4:07:51  12:26:39 Std.

Ergebnisliste

Einleitung
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Nirgends ist die schöpferische aber auch zerstörerische Macht der Natur so offenbar als auf Lanzarote. Als eine der sieben Kanarischen Inseln, die zu Spanien gehören, liegt Lanzarote nur 120 Km von der afrikanischen Westküste entfernt. Auf dieser Insel, die ihre Besucher mit dramatischer Landschaft, malerischen Dörfern und ihrem einzigartigen Stil bezaubert, findet jedes Jahr der wahrscheinlich härteste Ironman der Welt statt.
Die 3,8 km lange Schwimmstrecke liegt am Strand der Playa Grande in Puerto del Carmen, einem der Touristenzentren der Insel. Die Schwimmstrecke geht über zwei Runden mit einer kurzen Laufstrecke zwischen beiden Runden.
Die 180 km Radstrecke, berühmt als Herausforderung eines jeden Athleten, nicht nur wegen der starken Inselwinde. Sie führt über die gesamte Insel mit Steigungen von über 2500 Metern. Die Radstrecke ist für den normalen Verkehr nicht gesperrt, wird aber von der Polizei kontrolliert.
Die Laufstecke besteht aus 3 Runden, zuerst 1 Runde über 22,1Km mit 2 anschließenden Runden zu je 10 km auf der flachen Strandpromenade Avenida de las Playas nach Puerto del Carmen. 

Dienstag 19.05.2015

P5200058Nun war es endlich soweit. Nachdem ich mich ja schon 2013 für den IRONMAN Lanzarote angemeldet hatte und Krankheitsbedingt absagen musste, durfte ich dieses Jahr teilnehmen. Allerdings stand die Reise wieder unter keine guten Stern, da ich mir einen leichten Muskelfaserriss 3 Wochen vor dem Wettkampf zugezogen hatte und nicht mehr laufen konnte. Ich verlagerte das Training mehr aufs Rad und Schwimmen und ließ mich vom Physiotherapeuten behandeln. Mit gemischten Gefühlen ging es dann Dienstag den 19.Mai Richtung Lanzarote. Außer mir hatten noch Thomas R. und Joachim K. für den Wettkampf gemeldet und hatten jeweils ihre Frauen als Supporter dabei. Nach einem endlos langen über 4,5 Stunden Flug kamen wir gegen 18:00Uhr in Lanzarote an. Ich hatte die Reise über Hannes Hawaii Tours gebucht und so wurden wir sogar persönlich von Hannes am Flughafen abgeholt. Unser Hotel Floresta lang nur wenige Km vom Flughafen Puerto del Carmen entfernt. Wir checkten ein und begaben und gleich ans Buffett zum Abendessen. Anschließend gingen wir noch ein Runde spazieren, dann ging es schlafen.

Mittwoch 20.05.2015

P5200055Da Joachim früh am Morgen mit Ulrike schwimmen war, gingen Marion, Thomas und ich gegen 8:30Uhr allein zum Frühstück. Danach wurden die Räder zusammen gebaut und der Mietwagen vom Flughafen abgeholt. Pünktlich um 11:00Uhr ging es dann mit Hannes und der Truppe auf zur Radstreckenbesichtigung mit dem Rad. Das Wetter heute, es war bewölkt, nicht allzu kalt aber dafür wehte ein heftiger Wind mit stürmischen Böen. Diese Böen waren so stark, das ich mich nicht getraut habe in die Aeroposition zu gehen. Nach ca. 2 Std. bzw 42Km waren wir wieder zurück. Die Strecke war nicht sehr furchteinflößend, aber der Wind machte mir Sorgen. Gegen 14:00Uhr war dann noch eine komplette Streckenbesichtigung mit dem Bus angesagt. Da ich aber kein Busfahren mag, fuhr ich einen kleinen Teil der Strecke mit dem Auto ab und aalte mich anschließend in der Sonne während die anderen sich die Strecke ansahen.

Donnerstag 21.05.2015

P5210141IMG 2312Heute ging es nach einer Tasse Kaffee am frühen Morgen gegen 8:00Uhr mit Hannes und der Truppe zum Testschwimmen am Schwimmstart. Das Wasser war mit ca 18-19°C etwas frisch aber dafür Glasklar. Ich schwamm raus bis zur ersten Wendeboje, zog dort bei recht welligem Wasser ein paar Bahnen und kam nach knapp 30min wieder aus dem Wasser. Herrlich, einfach herrlich in diesem klaren Wasser zu schwimmen. Auch sah man ab und an ein paar Fischschwärme. Nach dem abtrocknen ging es zurück zum Hotel und ran ans Frühstücksbuffet. Gegen 14:00Uhr fuhren wir mit Hannes und der Truppe nach La Santa zur Wettkampfbesprechung und Abholung der Startunterlagen. Thomas und ich wir fuhren mit dem Mietwagen nach La Santa, da wir uns die Feuerberge noch einmal ansehen wollten und ich ja nicht so gerne Bus fahre. Hier konnte Thomas  mir auch noch einen Teil der Radstrecke (die Feuerberge) zeigen. Nach der Wettkampfbesprechung fuhren wir dann alle fünf gemeinsam im Auto wieder zurück.

Freitag 22.05.2015

P5220215Heute Nachmittag war Rad check-in. Deshalb ging es nachdem Frühstück ans Rad um alles vorzubereiten und noch einmal ein kleine „Probefahrt“ zu machen. Das Wetter bzw der Sturm hatteP5210167 sich immer noch nicht geändert und „pustete“ mit Böen bis zu Stärke 9 über die Insel. Auch morgen am Renntag sollte es so bleiben. Joachim und ich fuhren gemeinsam zum 4Km entfernten Rad check-in, während Thomas das Auto nahm, damit wir gemeinsam zurück fahren konnten. Das Einchecken wird so langsam zur Routine und wurde schnell erledigt. Zum Glück fanden wir Thomas im Gewühl schnell wieder und so konnten wir ohne langes warten schnell zurück ins Hotel. Hier aßen wir alle noch einmal gemeinsam zu Abend bevor sich jeder in sein „Schneckenhäuschen“ verzog und an morgen, den Wettkampftag dachte.

Samstag 23.05.2015 Race Day

IMG 2179Nach einer doch recht angenehmen Nacht, ich hatte sie mir doch etwas schlimmer vorgestellt, stand ich um 4:00Uhr morgens auf. Ich kochte mir einen Kaffee, aß zwei Scheiben Brot und machte mich langsam fertig. Während ich schon gegen 5:00Uhr mit Shuttelbus von Hannes zur Wechselzone fuhr, frühstückten Joachim und Thomas noch. Sie wollten erst gegen 5:30Uhr los, da betrat ich gerade die Wechselzone. Es war noch dunkel aber der Himmel war wolkenlos. Ich brauchte die Ruhe. Ging zu meinem Rad, verstaute meine Getränke und die Verpflegung, pumpte noch einmal die Räder auf und nahm den obligatorischen Toilettengang. Danach „träumte“ und beobachtet ich noch ein wenig die Athleten vom Straßenrand aus. Um 6:30Uhr machte ich mich fertig und zog meinen Neo an. Gegen 6:45Uhr stand ich im Startbereich und wartete auf den Startschuss. Thomas und Joachim hatte ich leider nicht mehr geseP5220216jhen. Dann ging es los! Wir starteten vom Strand aus und das nicht wie sonst immer über die gesamte ´Breite, sondern in einem „Schlauch“. Wie beim Marathon, sollte man sich hier nach der Schwimmzeit aufstellen und so stand ich recht weit hinten. Die erste Wende wurde durch einen langgezogenen Bogen entschärft, so dass es kaum Probleme im Wasser gab. Die lang gezogene Gerade von ca 800m verlief auch ganz gut, allerdings musste man sehr oft aus dem Wasser schauen, da nur dir Wendeboje am Ende gesetzt war. Das Wasser war frisch aber nicht zu kalt und zumindest in der ersten Runde auch recht ruhig. Auch diesmal sah ich wieder ein paar Fischschwärme. Relative schnell und ohne große Probleme beendete ich die erste Runde. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das ich ganz gut unterwegs bin und mit einer Zeit von 1:20Std. rechnen könnte. Dann ging es auf zur zweite Runde. Als ich wieder weiter draußen auf der langen Gerade war, war die See leider nicht mehr ganz so ruhig wie in der ersten Runde. Der Wind nahm langsam zu und somit auch die Wellen. Nachdem ich die nächsten beiden Wendebojen passiert hatte und mich auf dem Rückweg befand, hatte ich das Gefühl fast auf der Stelle zu stehen. Der Wind kam nun schräg von vorn und die Wellen spritzten mir bei fast jedem Atemzug ins Gesicht. Keine leicht Aufgabe. Als ich das Schwimmen beendete war die gut erwartete Zeit dahin. Ich zog meinen Neo bis zur Hüfte hinunter und stelle mich kurz unter die aufgestellten Duschen am Strand um das Salzwasser abzuspülen. Dann ging es zum Radbeutel und ab ins Wechselzelt. Hier trocknete ich meine sandigen Füße ab, zog mein Radtrikot als Windschutz über, ließ mir ordentlich Sonnenschutzcreme auftragen und lief zum meinen Rad. Auf dem Weg zum Rad, sah ich das Rad von Thomas und machte mir kurz Sorgen. War er doch der um einiges bessere Schwimmer von uns. Die Wechselzone war ähnlich lang wie die in Hamburg am Ballindamm und so musste ich noch einige Meter laufen bis es raus auf die Radstrecke ging. Jetzt ging es erst richtig los. Direkt vorbei an unserem Hotel ging es auf die Schnellstraße Richtung Yaiza. Hier war der für mich gefährlichste Teil der Radstrecke. Die starken böigen Winde kamen hier völlig unerwartet direkt von der Seite, so dass ich mich nicht in die Aeroposition traute. Erst als es Richtung El Golfo ging und der Wind von hinten „schob“ lag ich in der Aeroposition und „donnerte“ mit bis zu 60Km/h in Richtung Küste. Die war schnell erreicht und nach einem kurzen Stück an der Küste ging es wieder zurück und ab in die Feuerberge. Dise ist eine lP5220216e Kopieanggezogene, stetig aufwärts zu fahrende Straße Richtung Feuerberge. Und da bergauf und wellig nicht genug ist, pustete der Wind direkt von vorn. Teilweise fuhren wir im einstelligen km/h Bereich. Ich wollte mir das Rennen auf dem Rad sehr gut einteilen und zwang mich immer wieder Druck rauszunehmen. Es ging über Tinja und direkt mit rasender Geschwindigkeit runter am Club La Santa vorbei. Die Böen waren hier im Landesinneren nicht ganz so schlimm gewesen, so dass ein „normales“ fahren möglich war. Hatte ich auf der ersten Hälfte der Radstrecke noch sehr viel Athleten überholt, so waren es nun nur noch vereinzelte. Wir fuhren direkt an der Küste von Famara vorbei bevor es wieder in Landesinnere nach Teguise ging. Hier stand dann Hannes mit den Begleitpersonen und auch Marion UND Thomas!!! Mist, hatte Thomas sich nach dem Schwimmen verabschiedet oder war er gar nicht gestartet? Ich konnte mich nicht allzu lange damit beschäftigen, da es seit Teguise ständig berauf ging. Es ging hoch nach Haria und anschließend weiter nach Mirador del Rio. Dieses Stück zog einem gänzlich die Kraft aus den Beinen. Es gab Teilstücke da kam der Wind von vorn, es ging steil bergauf und ich dachte ich müsste absteigen. Ich wusste aber das wenn ich den Mirador del Rio passiert hatte, das schlimmste geschafft war und fast die gesamte Strecke mit Rückenwind rechnen konnte. So war es dann auch fast. Ich passierte den Mirador del Rio und schon ging es in rasanter Abfahrt und mit Rückenwind wieder hinunter ins „Flachland“. Man merkte förmlich wie es Kilometr für Kilometer wärmer wurde. Außer kleine Wellen waren nun keine nennenswerten Anstiege mehr zu bewältigen. Wir fuhren nach Tahìche und weiter nach Nazaret wo erneut das Team um Hannes uns anfeuerte. Hier bogen wir dann links ab und ich fuhr einer der schlimmsten Straßenabschnitte der Tour. Gut 4-5 Km mussten wir auf einer sehr unebenen und unbefestigten Straße fahren bis wir die Hauptstraße Richtung Yaiza erreichten. Ein kurzer Linksschwenk, zwei Hammermäßige Abfahrten miP5210180dt bis zum 86Km/h und schon waren wir wieder auf der gefährlichen Schnellstraße mit Windböen. Diesmal allerdings nur ein kleines Stück und schon waren wir wieder an der Promenade und der Wechselzone. Wie in Nizza als ich Timo vom Rad aus auf der Laufstrecke sah, sah ich auch diesmal Joachim an mir vorbeilaufen. Er lang geschätzte 15-20min vor mir. In der Wechselzone wurde mir das Rad abgenommen und ich lief, nachdem ich meinen Laufbeutel ergriffen hatte, ins Wechselzelt. Radtrikot aus, Laufschuhe und Cap auf, erneut etwas Sonnenschutz und los ging es. Nicht ganz, ein kurzer Boxenstop im Dixi, dann ging es auf die Laufstrecke. Nun war ich gespannt was meine rechte Wade machte. Ich lief sehr locker, langsam und bedächtig los. Die Waden fühlten sich gut an, nur die Oberschenkel waren recht „träge“ und leer. Auch wenn ich es gewollt hätte, an die Pace von 5min/Km kam ich einfach nicht ran. Kann sein das es daran lang das ich die letzten 3 Wochen nicht einen Meter gelaufen bin, aber ich denke es war eher die Radstrecke die mir die Kraft aus den Beinen joachim joerngesaugt hatte. Im Start- Zielbreich ging es ein wenig wellig zu, ehe es dann flach aber erneut gegen den starken Wind ging. Die Laufstrecke ging direkt an unserem Hotel vorbei Richtung Flughafen. Die erste Runde bestand aus einer großen 21,2 Km Runde die bis kurz hinter Playa Honda ging, während die anderen beiden Runden über 10,5Km verliefen und der Wendepinkt kurz vor dem Flughafen war. Als ich den Flughafen erreichte und Richtung Playa Honda lief, peitsche mir der Sturm direkt von vorn entgegen. Leider fand ich keinen Athleten für einen Windschattenlauf und so kämpfte ich mich im 6min/km Schnitt weiter. Es ging durch Playa Honda hindurch, wo viele Touristen in den Bars und Restaurants saßen und uns zuschauten. Knapp 2Km vor dem Wendepunkt kam mir dann Joachim entgegen. Es sah noch recht gut aus, aber auch er schien mit dem Wind zu kämpfen. Dann endlich erreichte auch ich den Wendepunkt und es ging wieder Richtung Start – Zielbereich. Auf der ersten Runde sah ich niemanden von unserer Gruppe. Die Beine wurden langsam schwerer aber die Wade hielt. Ach wenn es ab und an mal zwickte, es fühlte sich gut an. Auf der ersten Runde nahm ich insgesamt 2 Gels ein paar Stücken Orangen und trank nur Wasser. Ab dem Halbmarathon nahm ich dann auch Cola zu mir. Mhm das tat gut. Joachim kam mir noch ein paar Mal auf der Laufstrecke entgegen, ob ich Zeit gut machte oder nicht konnte ich aber nicht einschätzen. War auch egal, ich wollte diesen verdammt schweren Triathlon nur ins Ziel bringen. Ab Km 32, die letzte Runde fing nun an, begannen meine Waden nun doch Probleme zu machen. Allerdings in Form von anfänglichen Krämpfen. Dies wollte ich unbedingt verhindern und so dehnte ich bei jeder Versorgungsstation meine Waden. Marion, Ulrike und Thomas standen seit dem Halbmarathon mit Hannes auch an der Strecke und feuerten uns an. Als ich das letzte Mal den Wendepunkt kurz vor dem Flughafen passierte, war ich froh nun nur noch ein letztes Mal die Strecke ins Ziel laufen zu müssen. Ich lief an unseren Hotel vorbei, nahm die letzten Steigungen in Angriff und lief überglücklich ins Ziel. Ich hatte es geschafft, eines der schwersten Langdistanz Triathlon der Welt hatte ich bezwungen. Stolz wie „Oskar“ ließ ich mich mit Joachim, der im Ziel auf mich wartete von den Fotografen ablichten. Dann ging es zügig zum Wechselzelt wo ich mir trockene Klamotten anzog und mich anschließend fast 45min lang massieren ließ. Während Joachim und Thomas mit ihren Frauen das Abendessen im Hotel einnahmen, machte ich es mir im Zielbereich gemütlich und ließ es mir dort schmecken. Gegen 21:00Uhr machte dann auch ich mich auf den Weg ins Hotel und freute mich auf die heiße Dusche.

P5240227Die nächsten beiden Tage, wir blieben noch bis zum Dienstag, besuchten wir den Markt von Teguise, den Naturpark in den Feuerbergen, gingen IMG 2196lecker an der Küste von El Golfo essen und schauten uns mit Hannes und seinem Team die Höhlen der Vulkaninsel an. Am Montagabend zog es einen der Großteil der Hannes Hawaii Tour Truppe noch nach Puerto del Carmen in ein gemütliche Bar. Um am nächsten Tag die Insel nach 7 Tage stolz wieder zu verlassen.

Fazit: Es war eine unglaublich und beeindruckende Reise und ein herausfordernder schwerer Wettkampf mit unglaublich extremen Bedingungen. Dies Insel selbst ist sehr beeindruckend aber für mich als Urlausinsel ein graus. Hannes hatte wie immer alles gut im Griff und es waren alles in allem 7 fantastische Tage! Aber ich denke nicht, das ich die Insel jemals wieder betreten werden.