IRONMAN 70.3 Rügen 2015

IRONMAN 70.3 Ruegen

Platz Pl. AK
Start-Nr. Name Swim T1 Bike T2 Run Gesamt Start nr ruegen
1 1 25 Andreas Raelert 0:25:32 0:01:50 2:03:43 0:02:08 1:16:48 03:50:01
277 19 280 Jörn Oltmann 0:50:35 0:08:54 2:43:05 0:3:48 1:42:41

05:29:03



IMG 2818So an diesem Wochenende stand nun der letzte Triathlon der Saison an. Ich hatte für den Strandräuber IRONMAN 70.3 auf Rügen gemeldet und wollte ein verlängertes Wochenende dortIMG 2806 verbringen. Leider hatte Birgit niemanden für die Pferde gefunden und so fuhr ich allein am Donnerstagabend Richtung Rügen. Am Freitag musste ich dann noch bis Nachmittags arbeiten (Remote) und begab anschließend auf zur „IRON-Bay“ um meine Startunterlagen abzuholen. Das Wetter, es war leicht bewölkt und es wehte ein kräftiger Wind aus S/SO. Gegen Abend fuhr ich zum Campingplatz Meier, der ca 3Km außerhalb von Binz lag.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte regnete es, so dass ich mein Frühstück etwas in die länge zog. Gegen 10:30Uhr fuhr ich dann zum Kurplatz nach Binz wo die Wettkampfbesprechung um 11:00Uhr stattfand. Der Regen hatte aufgehört und es kam sogar ein wenig die Sonne durch. Der Wind hatte etwas nachgelassen, aber die Brandung am Strand hatte es immer noch in sich. Nach der Wettkampfbesprechung fuhr ich einen teil der Laufstrecke mit dem Rad ab und war erstaunt über den Berg mit 11% Steigung den wir 4x überlaufen mussten. Kurz nach dem Mittag war ich dann wieder am Platz und bereitete mein Rad für den Check-in vor. Ich checkte mein Rad schon gegen 14:30Uhr ein und lief die 3Km locker zurück zum Platz wo ich ein frische Dusche nahm und lecker Bandnudeln mit Lachsfilet im angrenzenden Restaurant zu mir nahm. Am späten Nachmittag fuhr ich dann noch ein wenig mit dem Crossrad an der Strandpromenade entlang und genoss die frische Ostseeluft.

Raceday.

IMG 2838Ich hatte zwar den Wecker auf 7:00Uhr gestellt, wurde aber schon etwas früher von dem Regen der auf das Wohnmobildach tröpfelte geweckt. Na toll dachte ich mir. Die Wechselzone im Regen einrichten. Nach einem kleinen Frühstück stand ich gegen 8:30Uhr in der Wechselzone und bereitet die letzten Dinge vor. Es nieselte immer noch so vor sich hin und so begab ich mich kurz darauf Richtung Schwimmstart, der ca 500m entfernt an der Seebrücke stattfand. Der Wind hatte nicht wirklich nachgelassen und die Brandung bzw. Wellen waren nicht ohne. Es sollte aber trotzdem geschwommen werden. Kurz vor dem Start, mir war schrecklich kalt, lief ich noch einige 100m im Neo und begab mich für das erste Brandungsschwimmen kurz ins Wasser. Wow, 17°C fühlten sich schon recht kalt an. Gestartet wurde in Wellen und den Anfang machten um 10:00Uhr wie immer die Profis. Ich war 10min später dran. Unsere Startgruppe bestand aus ca. 80 Athleten, so das wir genügt Platz hatten. Der Schwimmkurs war ein Rechteck Kurs. 500m raus auf die offene See, 900m parallel zum Strand um dann wieder 500m zurück zum Land zu schwimmen. Wir stürmten ins Wasser und mussten erst einmal die Brandung überwinden bevor man überhaupt vernünftig Kraul konnte. Ich versuchte mich als erstes an der Seebrücke zu orientieren, da ich die erste Boje nur sehen konnte, wenn ich gerade auf einer Welle „ritt“. Zum Glück hatte ich schon ein wenig Erfahrung mit solchen Verhältnissen (siehe OstseeMan 2011). Als ich die Seebrücke hinter mir gelassen hatte, stellte ich fest, das ich etwas zu weit vor Kurs abgekommen war und korrigierte schnell meinen Kurs. Ich passierte die erste Wendeboje und nun kamen die Wellen direkt rechts von der Seite. Ich musste zwischendurch immer kurz anhalten bzw. in den Bruststil wechseln um nach der nächsten Boje Ausschau zu halten. Allmählich wurde mir auch kalt und ich hoffte bald wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Dann passierte ich endlich die letzte Wendeboje. Jetzt schnurgerade aus zum Richtung Strand. Das war allerdings nicht so einfach. Der Torbogen am Strand, durch den wir laufen mussten, war kaum zu erkennen. Irgendwie schaffte ich es aber dann doch noch und erreichte völlig durchgefroren und mit tauben Füssen den Strand. Nun hieß es die ca. 400m bis zur Wechselzone zurück zulegen, was mit tauben Füssen gar nicht so einfach war. Ich schlotterte am ganzen Körper und hatte sogar kurz überlegt aufzuhören. Aber das war natürlich keine Option. Ich zog mir eine Windjacke über dann ging es raus auf die 45Km Runde die 2x zu durchfahren war. Es war wirklich sehr frisch auf dem Rad und ich ärgerte mich mir keine trockenen IMG 2836Klamotten zurecht gelegt zu haben. Ich wollte nicht „Vollgas“ fahren aber die ersten KM trat ich ordentlich in die Pedale damit mir etwas wärmer wurde. Der Regen hatte aufgehört, die Straßen allerdings waren noch mit Pfützen übersät, so das ich in es in den Kurven etwas ruhiger angehen lassen musste. Überholte ich sonst immer gleich nach dem Schwimmen eine Menge Athleten, so war es diesmal etwas anders. Da ich in der dritten Startgruppe (+50) nach den Profis und den AG Frauen startete, waren noch nicht all zu viele Athleten auf der Strecke. Der Kurs war ziemlich flach, der Straßenbelag sehr gut und die Umgebung sehr schön. Hätte jetzt noch die Sonne geschienen wäre es optimal. So aber versuchte ich ein relativ gemütliches Tempo zu finden. Kurz vor Beendung der ersten Runde wurde ich von Michael Raelert überholt der natürlich schon auf seiner zweiten und letzten Runde war. Der Wind nahm in der zweiten Runde noch etwas zu und so wurde es noch ein recht anspruchsvoller Kurs. Als ich die zweite Wechselzone erreichte, waren auch meine Füße wieder warm und ich begab mich auf die letzten 21,095Km. Es ging 2 ½ Runden kreuz und quer durch Binz. Auch einen 400m langen Berg mit 11% Steigung musste 4x (hin und zurück) überquert werden. Die ersten Km fühlten sich gut an und ich war guter Dinge. Hatte ich mich ja auf dem Rad etwas zurück gehalten. Nach ca. 5Km kam dann der erste Anstieg. Es waren nur 400m aber die hatten es in sich. Oben angekommen brannten meine Oberschenkel wie Feuer und ich hatte schon bedenken es ins Ziel zu schaffen. Komischerweise erholte ich mich aber schnelle wieder und als der Berg nach knapp 2Km schon wieder kam ging es schon besser. Anschließend lief ich durch eine mit Zuschauer umsäumte Einkaufsstraße wieder in eine etwas ruhigere Gegend und die erste Runde war geschafft. Unterwegs sah ich Pawel der, wie sich später herausstellt, kurzfristig Nachgemeldet hatte. Die zweite Runde war wenig spektakulär und auch der Berg fühlte sich nicht so schlimm an wie beim ersten Mal. Als ich die Einkaufsstraße das dritte Mal erreichte, durfte ich rechts Richtung Ziel laufen und genoss die letzten Meter auf dem roten Teppich zum Ziel Tor. Dort angekommen lies ich mir die Medaille umhängen und verschwand sofort Richtung „IRON_Bay“ wo meine trockenen Klamotten auf mich warteten. Es wehte immer noch ein starker Wind und ich war froh mich warm einzupacken. Anschließend versorgte ich mich im Zelt mit Leckereien und Getränke. Hier traf ich dann auch noch einmal Pawel und wir unterhielten uns noch einige Zeit. Anschließend machte ich mich auf zur Wechselzone, checkte mein Rad aus und fuhr „Heim“ zum WoMo um ein heiße Dusche zu genießen. Am Abend machte ich es mir dann im WoMo gemütlich und fuhr am nächsten Tag nach einem kleinen Bummel durch Binz wieder nach Hause.

Fazit: Wie man es von IRONMAN kennt, erstklassige Organisation und super Ort für einen Triathlon. Auch wenn Binz etwas von Touristen überbevölkert und das Wetter nicht optimal war hat es doch Spaß gemacht. Eins muss man sich aber im klaren sein wenn man hier startet. Die Ostsee wird hier im September nie mehr als 17-18°C haben und eine Brise wird hier auch immer wehen. Aber das ist halt so im „hohen“ Norden. Wem das alles nicht stört, der ist hier richtig aufgehoben. Eine rundum tolle Veranstaltung!