IRONMAN Kopenhagen 2017

Startnr Kopenhagen Platz Pl. AK
Name Swim WZ1 Bike WZ2 Run Gesamt Photo 2017 09 10 21 26 35 FullSizeRender
720 49 Jörn Oltmann  1:17:59  0:05:33  5:25:49

 0:04:53

 3:59:42  10:53:49 Std.
 1303 41 Thomas Rother  1:07:31  0:09:14  5:40:37  0:06:18  4:14:51  11:47:36 Std.
1435 128 Dirk Metzendorff  1:32:27  0:07:04  5:45:30  0:04:57  4:29:03  11:59:01 Std.

 Urkunde

2017 08 19 11.10.02Nun war es endlich soweit. Nach langen 10 Montagen hartem und akribischem Training mit 219Km im Wasser, 6550Km auf dem Rad und eine Laufleistung von 1669Km ist Tag-X gekommen. Ich habe seit Oktober alles auf diesen einen Tag gesetzt. Und bis vor zwei Wochen sah alles nach einer perfekten Vorbereitung aus. Doch 2 Wochen vor Kopenhagen, bei der Ostseeman Staffel (ich fuhr Rad) zwickte das rechte Knie auf einmal. Nach dem Radpart waren die Schmerzen so schlimm, das ich kaum auftreten wollte. Mist dachte ich und fuhr am Abend nach dem Ostseeman etwas betrübt nach Hause. Dirk hatte mir zum Glück eine gute Physiotherapeutin vermittelt, wo ich gleich am Dienstag vorstellig wurde. Diagnose: Entzündung der Partellasehne. Behandlung: Absolute Ruhe für das Knie (nur Schwimmen war noch erlaubt), alle 2 Tage Physio mit Stromreizung und Ultraschall. Anschließend wurde das Knie immer wieder „getapped“. Ach ja und kühlen, kühlen, kühlen....

2017 08 19 11.26.57So ging es dann die letzten 2 Wochen ausschließlich nur noch ins Schwimmbad. Um mich trotzdem optimal auf den Wettkampf vorzubereiten, fuhr ich schon Mittwochabend nach Kopenhagen. Donnerstag noch „Remote“ gearbeitet um dann am Nachmitttag die Startunterlagen abzuholen und eine kleine Rad Runde zu drehen. Es waren immer noch leichte Schmerzen im Knie, aber wenn es so bleiben würde könnte man es aushalten. Freitagmittag dann noch 2Km auf der originalen Schwimmstrecke geschwommen, die Ostsee ist doch ganz schön frisch mit 18°C, um am Nachmittag dann mit Thomas, Marion, Dirk und Angela zur Wettkampfbesprechung und Pasta Party zu gehen. Anschließend fuhr ich mit dem Rad wieder zum WoMo welches direkt am Schwimmstart und mit Blick auf die Ostsee stand. Samstag vor dem Frühstück bin ich dann noch einmal in die Ostsee „gestiegen“ und kurze 500m geschwommen. Dies brauchte ich einfach für meinen Kopf. Anschließend eine heiße Dusche im WoMo und ein leckeres Frühstück. Kurze Zeit später bin ich dann mit dem Rad in die Innenstadt von Kopenhagen gefahren um mir den Zielbereich und einen Teil der Laufstrecke anzusehen. Kopenhagen ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Hätte ich nicht gedacht. Mittags war ich dann wieder zurück und kochte mir eine riesige Portion Nudeln. Als alles aufgegessen war und die „Küche“ wieder sauber war wurde noch ein bisschen gechillt. Gegen 16:30Uhr kamen dann Thomas und Dirk und wir checkten gemeinsam die Räder ein. Dann war der Tag auch schon wieder zu Ende.

2017 08 20 05.54.03Am nächsten Morgen trafen wir uns alle um 6:00Uhr am WoMo um gemeinsam zum Start zu gehen. Dort allerdings verloren wir uns schnell, was bei über 3000 Athleten keine Überraschung war. Es folgte das gewöhnliche Ritual, Rad fertig machen, Wechselzone vorbereiten und fertig machen zum Schwimmen. Das Wetter, naja kurz vor 6 Uhr hatte es einen Schauer gegeben und nun ist es leicht bewölkt und 14°C. Schon recht frisch. Ich wartete bis ca. 15min bevor mein Start war und ging dann noch einmal ins Wasser um mich kurz einzuschwimmen. Dann reihte ich mich in die Schlange ein, es gab einen „Rolling Start“. Ich hatte noch nie einen „Rolling Start“ mitgemacht und war überrascht wie entspannt das Schwimmen sein kann. Bis auf ein paar kleine „Rempler“ konnte ich entspannt und locker Schwimmen. Ich fand recht schnell meinen Rhythmus, das Wasser war nicht so kalt wie gedacht und es machte sogar ein wenig Spaß. Auch wenn der Schwimmpart nicht gerade zu meinen liebsten Disziplinen gehört. Nach 1:17min hatte ich die 3.8Km hinter mich gebracht und war super zufrieden mit meiner Zeit. Nun schnell den Neo aus, eine Windjacke angezogen, es war schon recht frisch mit nassen Klamotten auf dem Rad und los ging es auf die 180Km. Es ging einmal quer durch die Innenstadt von Kopenhagen bevor wir an der Küste gut 30Km entlangfuhren. Die Strecke durch die Innenstadt war sehr kurvig und der schlechte Asphalt zog sich über die gesamte Strecke hin. Das war leider nicht so schön. Mein Knie hielt und es war so gut wie nichts zu spüren. Allerdings 2017 08 21 09.41.16merkte ich schon schnell auf dem Rad das heute nicht mein Tag werden würde. Die Beine waren „Müde“. Trotzdem spulte ich die ersten 90Km relativ gut ab und holte Thomas kurz nach der ersten Runde ein. Wir unterhielten uns kurz dann fuhr ich weiter. Doch irgendwie war der Akku leer. Beim nächsten kleinen Anstieg fuhr Thomas an mir vorbei. Und wir fuhren anschließend fast die gesamte 2te Runde 2017 08 22 18.43.37zusammen. Bis 30Km vor T2, hier zog Thomas davon und ich konnte nichts entgegensetzen. Bei jedem kleinen Anstieg fühlten sich die Beine wie Gummi an und waren komplett leer. Wie sollte ich da noch den Marathon vernünftig laufen?. Dann erreichte ich nach einer Rad Zeit von gut 5:28Std. die zweite Wechselzone welche in einer Tiefgarage aufgebaut war. Echt cool. Raus aus den Radschuhen, rein in die Laufschuhe. Als ich die Tiefgarage verließ, traf ich Thomas der etwas länger für den Wechsel gebraucht hatte. Gemeinsam liefen wir auf die Laufstrecke. Aber schon nach wenigen Metern ließ Thomas abreißen. Meine Beine fühlten sich schon auf den ersten Metern nicht gut an und ich ahnte böses was auf mich zukommen würde. Die Gels konnte ich nicht mehr sehen und stieg schon gleich nach ca 2Km auf der Laufstrecke auf Cola und Wasser um. Die Stimmung an der Laufstrecke war bombig. Mein Knie machte immer noch eine Probleme und ich hoffte das dies wenigstens so bleiben wird. Nach gut 10Km taten mir schon mächtig die Oberschenkel weh so dass ich jetzt schon die ersten Gehpausen an den Versorgungsstationen einlegen musste. Wie sollte das nur weitergehen. Ich schleppte mich jetzt nur noch von Versorgungsstation zu Versorgungsstation, nahm Cola und Wasser zu mir und wollte einfach nur noch das Rennen zu Ende bringen. Es tut ja immer zum Ende eines IRONMAN weh, aber noch nie hatte ich mich so lange und vor allem so doll quälen müssen. Als ich ins Ziel lief war ich einfach nur froh das mein Knie gehalten hatte und ich die Ziellinie erreichte hatte. Richtig Freude kam allerdings nicht auf. Habe ich doch mein Ziel um die 10 Std. um gut 53min verpasst. Knapp eine Stunde später kam Thomas ins Ziel und weitere 20 min Dirk unser Rookie. Auch er ist nun ein IRONMAN. Glückwunsch Dirk.

2017 08 21 09.32.45

Fazit: Die 2 Wochen Trainingspause was das Laufen und Radfahren anging waren wohl zu viel für mich. Schade hatte ich doch so viel Zeit in diesen Wettkampf investiert. Aber so ist nun einmal eine Langdistanz, nichts ist hier berechenbar. Ob ich es in Barcelona noch einmal versuchen werde, ich weiß es noch nicht. Die Veranstaltung hier in Kopenhagen war jedenfalls super, nur der schlechte Asphalt auf der Radstrecke der war wirklich nicht schön