Club des Cinglés du Mont-Ventoux

Hill

P9240017Thomas hatte mir P9240022schon viel vom Mont Ventoux und seinen Geschichten Drumherum erzählt. Nachdem ich mich etwas informiert hatte sah ich meine Change zur Aufnahme in den „Club des Cinglès du Mont Ventoux“. Der Grund war ganz einfach. Hatte ich mich doch zum IRONMAN in Barcelona am 30.09.2017 angemeldet. Und da ich mich entschlossen hatte mit dem WoMo zu fahren, war der Weg das Ziel. Der Mont Ventoux lag jetzt nicht direkt auf dem Weg Richtung Barcelona, aber ein großer Umweg war es nicht. Gesagt getan. Ich schrieb den Club an und bat um eine Stempelkarte, die auch prompt wenige Tage später im Briefkasten lag. Für die Aufnahme im „Club des Cinglès du Mont Ventoux“ muss man alle 3 Auffahrten zum Mont Ventoux (Bedoin, Malaucène und Sault) an einem Tag hochfahren. Und so fuhr ich am Donnerstagabend gemütlich Richtung Frankreich. Am Freitag noch ein wenig „remote“ gearbeitet so das ich am Samstagnachmittag entspannt in Bedoin ankam und mir einen Campingplatz suchte.

1. Auffahrt Mont Ventoux von Bédoin

Club des Cingles du Mont Ventoux 1Die Strecke von Bédoin ist die kürzeste, aber auch die steilste mit der größten Höhendifferenz: 20 Kilometer mit ca. 1600 Höhenmetern.
Am Sonntagmorgen gegen 8:00Uhr ging es los. Als erstes holte ich mir einen Stempel im Cafe im Zentrum von Bédoin (300m) ab. Auf der D974 geht es anfangs noch recht flach nach St. Estève. Das Wetter, es war mit 12°C recht frisch aber wolkenlos. Durch schattigen Wald ging es mit bis zu 11% Steigung bis zum Chalet Reynard (1419m). Hier trifft man auf die Auffahrt von Sault. Bis jetzt waren die Beine noch ganz gut. Nun ging es noch 6 schöne Kilometer weiter bis zum weithin sichtbaren Gipfel des Mont Ventoux (1909m). Die hatten es aber dann in sich. Ging es die ersten 2 Kilometer noch mit 7-8% moderat Bergauf, waren die letzten Kilometer mit bis zu 12% und sehr frischem Gegenwind schon grenzwertig. Kaum oben am Gipfel angekommen, mein Thermometer zeigte 7°C, ließ ich mir den zweiten Stempel geben und machte mich sofort an die Abfahrt nach Malaucène. Kaum unten angekommen gab es, nach dem obligatorischen Stempel, ein Käffchen in der Bäckerei am Ortseingang und ein kurzes Sonnenbad. Dann ging es erneut Richtung Mont Ventoux.

2. Auffahrt Mont Ventoux von Malaucène

Club des Cingles du Mont Ventoux 2Von Malaucène bis zur Passhöhe sind es 21 Kilometer mit ca. 1530 Höhenmetern.
Vor allem die letzten 4 Kilometer vor dem Abzweig an der Skistation Mont Serein haben es mit sehr langen Geraden und 10% Steigung in sich. Die Beine wurden immer schwere und ich hatte die ersten Gedanken abzusteigen, was ich allerdings dann doch nicht tat. Aber >10% Steigung über 4Km ist schon echt der Hammer. Und bei einer Geschwindigkeit um die 7-8Km/h hat man das Gefühl kaum vorwärts zu kommen. Die letzten 6 Kilometer zum Gipfel wurden dann aber zum Glück durch einige Serpentinen entschärft. Was aber auch noch anstrengend genug war. Dann war ich das zweiten mal am Mont Ventoux. Nun war es schon deutlich wärmer hier oben, so das ich nach meinem vierten Stempel eine Cola in Ruhe trinken konnte. Dann ging es hinunter nach Sault, die allerdings auf dem letzten Stück einen 1 Kilometer langen Gegenanstieg zum Dorf hat. Hier machte ich eine Pause im Restaurant und aß Spagetti Bolognese. Anschließend den fünften Stempel abgeholt und auf zum letzten Aufstieg.

3. Auffahrt Mont Ventoux von Sault

Die einfachste Auffahrt auf den Ventoux startet in Sault mit 26 Kilometern und ca. 1180 Höhenmetern.
Durch Lavendelfelder und Wald geht es mit moderaten 4% Steigung bis zum Chalet Reynard. Gut das ich mir diese Auffahrt als letztes ausgesucht habe. Meine Oberschenkel hatte schon die ersten Krampfanzeigen, doch bei 4-5% war erstmal wieder Ruhe. Am Chalet Reynard angekommen, musste ich dann aber erneut eine kleine „Cola Pause“ einlegen. Wusste ich doch jetzt was mir auf den letzten 6 Kilometern blühte. Jetzt hieß es nur noch ankommen. Langsam und vorsichtig fuhr ich die letzten Kilometer dem Gipfel entgegen. Immer wieder zog es kurz in den Oberschenkeln. Aber sie hielten. Der Wind war nun nicht mehr ganz so stürmisch, so das ich im ruhigen Tempo dem dritten Gipfelsieg am Mont Ventoux entgegenfuhr. Geschafft!!! Ich stelle mein Rad ab, holte mir den letzten Stempel und ein T-Shirt als Andenken von diesem „Höllenritt“. Anschließend genoss ich die steile Abfahrt nach Bedoin wo ich an den Ausgangsort zurückkehrte. Am nächsten Tag ging es dann nach Calella wo der IRONMAN Barcelona in 6 Tagen auf mich wartete.

Fazit: War ne echt geile Nummer und werde ich wohl irgendwann mit meinen Tria-Kumpels noch einmal wiederholen.

Der Mont Ventoux        Ein paar Bilder von der Tour