IRONMAN Barcelona 2017

IMG 6061 s Platz Pl. AK
Name Swim WZ1 Bike WZ2 Run Gesamt IMG 6085 s
01 01

Antony Costes

0:48:05 0:02:19 4:09:58 0:02:07 2:46:50 7:49:19 Std.

720

 

49 Jörn Oltmann  1:18:08  0:06:37  5:04:16

 0:04:38

 4:07:43  10:41:23 Std.

 Urkunde

IMG 6044 sDer IRONMAN Barcelona. Letzter Wettkampf in diesem Jahr. Geplant eigentlich als „Ersatz- bzw. zweiter Versuch für die Hawaii Quali. Nachdem ich aber in Kopenhagen schon gemerkt habe das ich dies nicht schaffen kann, wollte ich den Wettkampf in der Sonne einfach mal genießen. Auf dem Weg nach Barcelona hatte ich ja noch den Mont Ventoux 3x Mal „befahren“ und bin damit im Club des Cinglés du Mont-Ventoux gelandet. Anschließend ging es dann nach Calella, wo der IRONMAN Barcelona stattfand. Hier hatte ich mir einen schönen Campingplatz mit direktem Blick aufs Mittelmeer reserviert. Da is schon 5 Tage vor dem Wettkampf angereist war, gestaltete ich die folgenden Tage mit täglichem Schwimmen im Mittelmeer sowie einigen Rad- und Laufeinheiten. Am Mittwoch bin ich sogar noch mit einem gemieteten 125ccm Roller nach Barcelona reingefahren. Freitagvormittag war Wettkampfbesprechung und am Nachmittag Bike Check-In. Die Wechselzone wurde auf einem Kunstrasensportplatz eingerichtet, was eine super Sache war.
DaIMG 6096 s die Sonne Ende September in Spanien recht spät aufgeht, war der Start (Rolling Start) erst um 8:10Uhr, was hieß das man fast ausschlafen konnte. Als ich gegen 7:00Uhr Morgens an der Wechselzone ankam, war es noch finstere Nacht und die Wechselzone hell erleuchtet. Mit ~3000 Athleten war der Wettkampf recht groß und dementsprechend war es auch ein „Gewusel“. Ich checkte noch einmal mein Rad sowie wie mein Bike & Laufbeutel und setzte mich anschließend noch ein paar Minuten an den Strand um den Sonnenaufgang über dem Meer zu genießen. Dann zog ich mich um und reihte mich in den Block < 1:15Std. für das Schwimmen ein. Wie gesagt ich wollte das Rennen genießen, aber falls es gut laufen würde natürlich noch einmal richtig Gas geben.
Dann ging es los. Ich tauchte in das 20,9°C warme und sehr klare Wasser ein. Einfach wunderschön vor dem Start nicht zu frieren und im angenehmen Wasser zu schwimmen. Es war eine einzige große Runde zu schwimmen und nach ca 300m kam die erste Boje. Hier gab es dann kurz noch einmal ein bisschen Gewussel dann kam eine 1750m lange IMG 6070 sGerade. Es ist schon sehr ernüchternd wenn man, auch vom Strand aus, die Wendeboje nicht mehr sehen kann. So „hangelte“ ich mich von „Orientierungsboje“ zu „Orientierungsboje“ bis es endlich wieder auf den Rückweg ging. Es ließ sich super schwimmen, obwohl ab und an der eine oder andere Schwimmer, oder vielleicht war es auch ich,  mal ein bisschen quer schwamm. Ich ließ es ganz locker angehen und war überrascht doch schon nach ~1:18Std wieder aus dem Wasser zu steigen. Läuft ja ganz gut dachte ich so, ließ mir aber trotzdem ein wenig Zeit in T1. Ich schnappte mir mein Rad und lief entspannt aus der Wechselzone. Nun galt es 2,5 Runden (2 Runden von Calella bis Montgat, und 1 Runde Calella bis Llavaneres zu fahren. Die Strecke war recht flach und führte die ganze Zeit an der Küste entlang. Meinen Wattmesser hatte ich nicht montiert, sah aber auf meinem Tacho das ich recht flott unterwegs war. Auch überholte ich sehr viele Athleten. Hatte ich etwa Rückenwind, oder lag es an meiner neuen Aeroposition? Ich hatte meine Armpads einige Tage vor dem Rennen um ca 3-4cm höher gesetzt. Als ich das erste Mal am Wendepunkt in Montgat ankam und wieder Richtung Calella fuhr, bemerkte ich das ich tatsächlich Gegenwind hatte und nun mit > 40Km/h wieder zurückfuhr. Wow dachte ich, läuft bei mir. Aber noch hatte ich ja noch gut 130Km zu fahren. Es machte jedenfalls richtig Spaß und die Zeit bis Calella verging „fast“ wie im Flug. Hier am Wendepunkt war dann richtig was los. Einige hundert der oder evtl tausend Leute säumten die Straße und feuerten uns Athleten an. IMG 6067 sNun ging es ein zweites Mal auf die Runde und die Beine wurden schwerer. Auch hat der Wind etwas zugenommen der nun wieder direkt von vorn kam. Dank meiner geänderten Aeroposition konnte ich aber fast die gesamte Strecke in Aeroposition fahren, was natürlich ungemein hilfreich war. Die Beine wurden nun immer schwerer und ich dachte schon die Kräfte würden mich, wie in Kopenhagen wieder verlassen. Aber nix da. Kaum das 2te Mal am Wendepunkt Montgat angekommen und den Rückweg angetreten, flog ich wieder über die Strecke. War das geil. Selbst auf der letzten „kleinen“ Runde lief alles irgendwie noch super. Ein Blick auf meine Uhr signalisierte mir das ich locker unter 5:15Std bleiben könnte. So war es dann auch. Nach knapp unter 5:05Std. stieg ich wieder vom Rad. Was für ein Radsplit, dachte ich. Aber irgendwie kam das Kämpferherz heute nicht so richtig durch. Bei Radfahren konnte ich mich noch ein wenig puschen, aber schon in T2 war alles wieder verschwunden. Ich zog mich um, stopfte alles wieder in meinem Beutel und lief aus dem Zelt hinaus. Aber irgendwie war ich mir nicht sicher ob ich richtig war und über die Zeitmessmatte gelaufen war. So drehte ich nach ca. 200-300m wieder um und lief zurück zum Zelt bis ich feststellte das ich doch richtig war. Na toll die ersten paar Minuten schon mal wieder verschenkt. Das Laufen fühlte sich am Anfang gar nicht mal so schlecht an, aber irgendwie lief es nicht rund. 5:30min/Km und das schon gleich am Anfang? Hm die Oberschenkel macht keine Probleme, das war in Kopenhagen anders. Aber ich schien irgendwie nicht so richtig von der Stelle zu kommen. Hatte aber auch keinen IMG 6075 sBiss dies irgendwie zu ändern. Die Sonne hatte sich schon während des IMG 6065 sRadfahrens zurückgezogen und so war es eigentlich, von den Temperaturen her, sehr angenehm zu laufen. Nur irgendwie nicht für mich. Hatte ich auf der Rad einen Athleten nach dem anderen überholt, wurde ich hier fast überrannt, so kam es mir jedenfalls vor. Wie auf der Schwimm- und Radstrecke war auch die Laufstrecke sehr gerade und „endlos“, was nicht unbedingt motivierend war. Es zog sich einfach hin. Wie bei sehr vielen Wettkämpfen war im Zielbereich die Hölle los, aber sobald man sich entfernte wurde es still um einen. Als ich die letzte von drei Runden in Angriff nahm, hatte ich das Gefühl es nicht mehr zu schaffen. Es fing ein wenig an zu regnen, aber auch das half mir nicht wirklich. Keine Ahnung warum ich dieses Jahr bei den Langdistanzen so eingebrochen bin beim Laufen. Bin ich sonst immer locker unter der 4 Std. Marke geblieben, war es dieses Jahr so gut wie unmöglich. Das kann doch nicht alles mit der Knieverletzung und der 2-wöchigen Laufpause im August zusammenhängen. Egal ich schleppte mich die letzten Kilometer über die Laufstrecke und war froh als ich über die Ziellinie lief. Hatte ich kurz nach dem Zieleinlauf den festen Gedanken mit der Langdistanz aufzuhören, waren diese beim schreiben dieser Zeilen schon wieder verflogen. Ich blieb noch 1-2 Stunden im Zielbereich und verpflegte mich, bevor es zum Rad Check-out und Richtung Campingplatz ging. Am nächsten Tag noch zur After Race Party dann war auch das Kapitel Barcelona beendet. Nicht aber meine sportlichen Aktivitäten. Am Montagmorgen ging es Richtung Frankreich zum legendären Berganstieg „Alp d’Huez“.

Fazit: Der Wettkampf in Calella in der Nähe von Barcelona ist wirklich eine Reise Wert. Auch wenn die Schwimmstrecke endlos geradeaus geht, im Mittelmeer zu schwimmen macht einfach Spaß. Die Temperaturen waren auch sehr angenehm und das komplette Event ist am Strand aufgebaut. Wenn sich jemand finden sollte, würde ich gern wiederkommen. Nur allein ist der Weg aus dem hohen Norden etws zu weit. Den Wettkampf kann man jedenfalls weiter empfehlen!

Urkunde 2017 IM B