Alpenbrevet 2018

IMG 7193

Tachoangaben: 119,18Km; 6:17:20Std.; 19,0Km/h Schnitt; 3485HM


IMG 7192Geplant war der Alpenbrevent eigentlich mit Thomas und Dirk knapp 1 Jahr im voraus. Da der Start allerdings von Meiringen nach Andermatt verlegt wurde und Thomas & Dirk dort die Übernachtungspreise zu hoch waren hatte sich abgesagt. Ich hatte mich allerdings schon darauf eingestellt und mich trotzdem angemeldet. Dann eben allein, wie so oft bei vielen Wettkämpfen. IMG 7143Los ging es schon am Mittwochabend, nach einem stressigen Arbeitstag! Erst gegen 20:00Uhr fuhr ich auf die Autobahn Richtung Süden. Aber irgendwie sollte es wohl nicht mein Tag sein. Kurz vor Hannover Vollsperrung der Autobahn, so dass ich gut 1,5 bis 2 Stunden verloren hatte. So bin ich nur bis kurz hinter Göttingen und habe dort übernachtet. Früh am nächsten Morgen gegen 7:00Uhr bin ich dann noch einmal 2 Std. gefahren und hielt an einem Rastplatz um den heutigen Tag remote zu arbeiten. In der Mittagspause gegen 12:00Uhr bin ich dann erneut noch einmal 1,5 Std. gefahren um anschließend wieder zu arbeiten. Da es aber unerträglich warm war, wir hatten so um die 30°C, beendete ich meine Arbeit schon gegen 15:00Uhr um weiterzufahren. Ich erreichte gegen 17:30Uhr Freiburg, fuhr dort auf einem Campingplatz, machte mich frisch und holte die „verlorene“ Arbeitszeit nach. Am späten Abend gab es dann eine Abkühlung in Form eines kräftigen Gewitters. Am nächsten Tag, ab jetzt hatte ich Urlaub, erreichte ich Andermatt um die Mittagszeit. Leider hatte sich das Wetter gegenüber den letzten Tagen sehr verschlechtert. Andermatt lag ca. 1400m üN. Es war sehr frisch hier und stark bewölkt. Am morgigen Renntag sollte das Wetter noch schlechter werden. Aber da musste ich jetzt wohl durch. Am Nachmittag holte ich mir meiner Unterlagen ab und machte es mir im WoMo gemütlich.

IMG 7145Der Start am Samstagmorgen war 6:45Uhr und als ich nach dem Aufstehen aus dem WoMo sah, ahnte ich böses. Das Thermometer zeigte 11°C und draußen war starker Nebel bzw. warn wir wohl in einer Wolkendecke. Auch auf den Pässen sah es nicht besser aus, im Gegenteil dort herrschten Temperaturen um die 4-5°C. So zog ich dann auch meine lange Winterradhose an, paIMG 7190ckte noch meine Mütze und Handschuhe ein und begab mich, in Winterklamotten zum Start! Ich reihte mich in der ersten von drei Startgruppen ziemlich weit hinten ein, so dass ich nicht allzu viele Radfahrer hinter mir hatte. Die ersten 10Km fuhr zwar ein „Safety-Car“ voraus, es ging aber trotz allem die ersten 10Km rasant bergab. Erst in Wassen bogen wir links auf den Sustenpass. Hier hielt ich auch noch einmal kurz an um mich meiner Windjacke zu entledigen. Nun musste der erste Pass (Sustenpass 2224nN) bezwungen werden. Ich fuhr recht locker den Pass hinauf und war von meinem neuen Rad, Cucuma Nova, begeistert. Fuhr sich echt cool das Rad. Je höher ich kam desto kühler und nebliger wurde ut 2 Std. nach dem Start war dann der erste Pass geschafft. Beine waren noch ganz gut aber auf dem Gipfel war es A... kalt (~5°C) und mit Nebel um die 50m Sichtweite. So nahm ich nur kurz einen heißen Tee, zog mir eine Jacke, Mütze und Handschuhe an und begab mich auf die Abfahrt. Diese war gerade auf den ersten Kilometern, wegen des Nebels, recht gefährlich. Etwas weiter unten fuhr ich dann aus der Wolkendecke heraus und es wurde merklich wärmer. In Innertkirchen angekommen, hielt ich dann an und entledigte mich meiner warmen Klamotten. Hier trafen wir dann auch auf die Fahrer der Bronzetour die in Meiringen gestartet waren. Nach ein paar flachen Kilometern ging es dann den Grimselpass (2164nN) hinauf. Dieser war leider sehr stark befahren, so dass nicht nur der nichtvorhandene Ausblick den Spaß verdarb sondern auch noch die vielen Autos & Busse. Der Pass zog sich eine ganze Weile hin aber nach ca. 4,5 Std. war auch der zweite Pass bezwungen. Auch hier oben war es erneut saukaIMG 7191lt und ich zog mich, nachdem ich meine Flaschen gefüllt und etwas gegessen hatte, waIMG 7195rm an. Die Sicht auf dem Grimselpass war etwas besser und so konnte man auf der Abfahrt etwas „laufen lassen“. Nach einem kurzem Stück der Abfahrt teilten sich die Strecken. Rechts herum die Gold und Platin Tour, links herum die Silber Tour. Ich hielt kurz an, holte mein Handy raus und schaute auf die Wettervorhersage. Die sagte das es in ca. 2 Stunden anfängt zu regnen. Da mir eh schon sehr kalt war und ich nicht auch noch im Regen fahren wollte, entschloss ich mich auf der Silber Tour weiter zu fahren. Hier  hatte ich noch knapp 2 Stunden vor mir, während die Gold Tour wohl mindestens das doppelte an Zeit gekostet hätte. So ging es dann gleich wieder bergauf hoch zum Furkapass (2429nN). Es schien so als wenn die meisten Fahrer so gedacht hatten wie ich, denn die Strecke war gut besucht. Hoch auf den Furkapass ging es in vielen Serpentinen und zum Teil auch mit ein paar echten „Rampen“, so das die Beine langsam schwerer wurden. Aber auch der Pass wurde bezwungen und ich erreichte den „Gipfel“ ca. 5:45Std. nachdem Start. Komischerweise war es hier oben, im Gegensatz zu den anderen Pässen, recht warm mit 14°C. Und so zog ich mir nur meine Windjacke über. Nun ging es fast nur noch bergab hinunter Richtung Andermatt. Dachte ich zumindest. Leider war die Bergabfahrt in Realp so gut wie zu Ende und ich musste die letzten 5Km, es fing nun auch noch langsam an zu Nieseln, gegen recht starken Gegenwind ankämpfen. Aber irgendwann tauchte dann endlich Andermatt auf und ich fuhr durchs Ziel. Frierend holte ich mir mein Finisher shirt ab und fuhr sofort weiter zum WoMo wo ich sogleich die Heizung an machte um mich aufzuwärmen. Es nieselte immer noch und er Ort war wolkenverhangen. Ich war froh die Entscheidung mit der Silber Tour getroffen zu haben und nahm noch eine heiße Dusche im WoMo. Später dann bin ich noch einmal Richtung Ziel gegangen. Hier kamen noch vereinzelte Fahrer völlig durchgefroren an. Dann war auch der Tag schon zu Ende.
Am nächsten Tag gab es dann noch frische Brötchen zum Frühstück bevor ich mich auf nach Prad zum Stilfserjoch machte. Hier hatte ich noch eine „Rechnung“ offen.

Fazit: Nachdem ich nun einen direkten Vergleich zwischen dem Alpenbrevet und dem Ötztalmarathon habe, kann ich nur sagen der „Ötzi“ ist um einiges besser. Ich kenne zwar nicht die anderen Pässe der Gold- bzw. Platin- Tour, aber was die Organisation, Verpflegung etc. angeht ist der Ötzi Top. Naja und die Straßen sind komplett gesperrt was beim Alpenbrevet nicht der Fall ist.

Zur Homepage vom Veranstalter