Tour Tirol oder auch ein paar Touren durch die Alpen 09-19.07.2020

IMG 0484Die Corona Pandemie hat mal wieder alles durcheinandergebracht. Dieses Jahr standen einige interessante Wettkämpfe auf dem Programm. Unteranderem der IRONMAN in meiner Heimatstadt Hamburg, Alp d’Huez Triathlon in Frankreich oder auch der IRONMAN Italy in Cervia. Nicht ein einziger Wettkampf, bis auf dem „Lümmellauf“ im Januar, fand statt. Aber ich wollte mich nicht unterkriegen lassen. Nachdem die Reisewarnungen in die europäischen Ländern aufgehoben wurden, hatte ich mich mit Dirk entschlossen in den Bergen Rad zu fahren. So machten wir uns am Mittwochabend den 08.Juli 2020 auf in Richtung Italien nach Bormio. Nach einer endlosen Fahrt und spektakulären Alpenpässen die wir mit dem WoMO meisten mussten, erreichten wir unser Ziel am Donnerstagabend. Den Campingplatz http://www.cimapiazzi.it.

Nach kurzer Erfrischung gab es dann gleich eine leckere Pizza.

 

 

Freitag 10. Juli 2020

IMG 0513Am nächsten Tag ging es dann gleich los. Wir wollten den legendären „Passo dello Stelvio“ (2757m) fahren. Allerdings mussten wir dafür zuerst den Umrailpass (2503) erklimmen, welchen IMG 0480wir schon letztes Jahr bei der „Tour Trans Alp“ gefahren sind. Das Wetter war optimal und so fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein durch Bormio hoch auf den Umprailpass. Wir ließen es locker angehen, waren aber doch schon etwas geschafft als wir die Passhöhe erreichten und den Grenzübergang zur Schweiz überquerten. Nun ging es in rasanter Abfahrt hinunter nach Santa Maria und Richtung Prad am Stilfserjoch. Hier im „Tal“ war es nun sehr warm und bei über 30°C im Schatten machten wir eine kleine Pause in Prad am Supermarkt. Anschließend ging es hinauf zu den legendären Serpentinen vom „Passo dello Stelvio“. Ich kannte die Passstraße schon und wusste was auf mich zukam. Die ersten Kilometer waren noch moderat mit ein paar kleinen Rampen und Wälder. Aber die Hitze machte Dirk zu schaffen. Wir wollten eigentlich gemeinsam hochfahren, aber nach einiger Zeit bat mich Dirk, sehr bestimmt ;-) , ich sollte doch zufahren und ihn alleine lassen. Das tat ich dann auch und „quälte“ mich die Serpentinen hoch. Der Anblick aber entschädigte für jeden einzelnen Kilometer. Oben an der Passhöhe angekommen, stärkte ich mich und wartete auf Dirk der nach über 30min kaputt, aber glücklich die Passhöhe erreichte. Wir ruhten uns noch ein wenig aus, machten ein paar Bilder und begaben uns auf die Abfahrt zurück nach Bormio. Dabei stellte ich mit erschrecken fest, dass meine Hinterradbremse nicht mehr vernünftig funktionierte. So fuhren wir etwas vorsichtiger hinunter, was den Spaßfaktor leider etwas trübte, und gleich den ersten Fahrradladen in Bornio an. Hier wurde meine Bremse repariert, während wir ein kühles Bierchen im benachbarten Café tranken. Abends wurde dann noch lecker gegrillt am WoMo. Ein sehr anstrengender aber schöner erster Tag. 

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Passo dello Stelvio:
Der höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens ist gleichzeitig die Nummer Zwei in den Alpen. Die Verbindung zwischen Südtirol und der Lombardei führt durch den gleichnamigen Nationalpark vor der spektakulären Kulisse der Ortlergruppe. Die rund 50 Kilometer lange Strecke weist beeindruckende 87 Kehren auf, 48 von Prad zum Scheitel, 39 hinab nach Bormio. Kurz nach der Passhöhe zweigt der Umbrailpass ins schweizerische Val Müstair ab. Die Kehren sind teilweise extrem eng ausgeführt, flüssiges Fahren ist so kaum möglich. Hinzu kommt im Sommer ein hohes Verkehrsaufkommen, das die Freude an diesem Pass durchaus trüben kann.

Umbrailpass:
Rund drei Kilometer hinter dem Stilfser Joch befindet sich rechts der Abzweig zum Umbrailpass, mit 2 .503 Metern der höchste Schweizer Straßenpass. Die gut 14 Kilometer lange Strecke ist mittlerweile durchgängig asphaltiert. Die zwischen Mai und November befahrbare Strecke bildet die Verbindung zwischen der Südwestrampe des Stilfser Jochs und dem nicht nur für Kulturinteressierte empfehlenswerten UNESCO Weltkulturerbe Val Müstair in Graubünden. Der Grenzübergang liegt unmittelbar am Abzweig, der Scheitelpunkt nur wenige hundert Meter weiter nördlich. Die 33 Kehren des Umbrailpasses hinunter ins Val Müstair bieten mindestens den gleichen Reiz wie die Westrampe des Stilfser Jochs nach Bormio. Die Grenzstation ist infolge des 2008 erfolgten Beitritts der Schweiz zum Schengener Abkommen nicht mehr besetzt, Kontrollen finden nur noch stichprobenweise statt. Infolgedessen entfiel auch die frühere Nachtsperre zwischen 22:00 und 6:30 Uhr. Wer sich am Stilfser für die Weiterfahrt nach Bormio entscheidet, darf sich glücklich schätzen: 39 weitere Kehren sind der Lohn!

 

Samstag 11. Julio 2020

Der nächste Tag verlief wettertechnisch leider nicht so schön. Immer wieder regnete es ein wenig und die Sonne ließ sich nicht einmal blicken. So entschlossen wir uns einen Ruhetag einzulegen und die Stadt Bormio zu Fuß zu erkunden.

 

Sonntag 12. Juli 2020

IMG 0576Am heutigen Sonntag sollte es erst am Abend regnen, deshalb brachen wir schon recht früh gegen 9:00Uhr zu unsere  Etappe auf. Heute wollten wir den „Passo del Mortirolo (1852m)„ IMG 0534erklimmen“ welchen wir auch schon von der „Tour Trans Alp“ kannten um anschließend den „Passo di Gavia“ (2618m) zu bezwingen. Dieser Pass stand letztes Jahr auch auf dem Programm der „Tour Trans Alp“, musste aber wegen Schnee „umfahren“ werden. Deshalb waren wir sehr gespannt was uns erwarten würde.

Die ersten 30 Kilometer, bis zum Aufstieg des Mortirolo, ging es bei frischen 12°C und blauen Himmel fast nur bergab. An der Passstraße angekommen, entkleideten wir uns erst einmal und fuhren dann gemeinsam den bewaldeten und mit steilen Rampenbestückten Pass hinauf. Der Mortirolo ist echt eine Herausforderung! Aber auch diese wurde von uns hervorragend gemeistert! Die anschließende sehr lange Abfahrt hinunter nach San Sebastiano genossen wir und fuhren, unten angekommen, einige Kilometer auf der stark befahrenen Straße SS42 Richtung Ponte di Legno. Dieses Teilstück war wirklich ein Graus und wir waren froh, als wir Ponte di Legno erreichten und es hoch zum Gavia ging. Jetzt began endlich Neuland für uns und wir waren sehr gespannt ob es sich tatsächlich um einen der schönsten Pässe Tirols handelte. Am Anfang fuhren Dirk und ich noch gemeinsam auf der gut ausgebauten Straße. Dann jedoch blieb Dirk nach und nach etwas zurück und wir fuhren jeder unser eigenes Tempo. Langsam wurde die Straße immer enger, so dass zum Teil nur noch ein Auto Platz hatte. Viel los war hier nicht und so konnte ich ungestört die Weite der Bergwelt, die der Gavia zu bieten hatte, genießen. Einfach herrlich der Ausblick. Jetzt konnte ich verstehen warum dies einer der schönsten Pässe in Tirol bzw. der Alpen sein soll. Einige Kilometer vor der Passhöhe mussten wir noch einen ca. 800m langen, unbeleuchteten Tunnel durchqueren. Hier wartete ich kurz auf Dirk um anschließend mir ihm gemeinsam den „Gipfel“ zu erklimmen. Oben auf der Passhöhe merkten wir wie frisch es geworden war und zogen uns erst einmal unsere Windjacken an. Nach ein paar Fotos ging es nun die anschließende Abfahrt zu genießen. Leider wurde auch hier wieder nichts draus. Nun wollte auf einmal meine Vorderradbremse nicht mehr ihren Dienst tun. So ein Mist. Also fuhr ich wieder sehr vorsichtig die Serpentinen bis Santa Catarina Valfurva. Hier hielten wir kurz an, zogen unsere Windjacken aus und fuhren nun, sehr überrascht weiter in rasanter Abfahrt, es ging fast nur noch bergabe und geradeaus. In Bormio angekommen fuhren wir erneut den Radladen von Freitag an, um meine Bremse reparieren zu lassen. Leider war am Sonntag kein Monteur vor Ort und so ließ ich mein Rad da und bekam ein normales Stadtrad. Mit diesem bin ich dann die letzten 5Km bergab zum Campingplatz gerollt, wo wir erneut lecker gegrillt haben.

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Passo de Mortirolo:
Der zweideutig benamte Pass verbindet Monno im Val di Córteno mit Vernuga im Addatal, der Zufahrt nach Bormio. Die Passhöhe auf 1852 ist eigentlich der Passo della Foppa. Der ursprüngliche Passo del Mortirolo liegt rund 45 Meter höher, aber im völligen Abseits. Nur ein kleiner, unbefestigter und überwucherter Weg führt auf den Scheitel, von dem aus es keine Möglichkeit zur Weiterfahrt gibt.

Passo di Gavia:
Schon seit der Steinzeit nutzen Menschen den zwischen den Gipfeln des Corno dei Tre Signori (3.360 m) und des Monte Gavia (3.223 m) gelegenen Gavia als Übergang von Bormio ins Val di Sole. Die Abfahrt auf der Südrampe ist der spannendere Teil mit zahlreichen Kehren und teilweise nur knapp einspuriger Belagbreite. Hier treten auch häufiger Fahrbahnschäden auf. Aktuell ist zwar ein neuer Belag aufgebracht, aber der Winter kann diesem wieder hart zusetzen. Das Waldstück zum Abschluss birgt bei Nässe zusätzlich Gefahr auf den verbreitet niedergehenden Lärchennadeln. Ein 800 Meter langer Tunnel umgeht seit 2007 das gefährlichste Stück. Da die offiziellen Infos nicht immer zuverlässig sind ein Tipp: In den Übergangszeiten versuchen, das Refugio telefonisch zu erreichen. Wenn es geöffnet ist, ist auch der Pass offen.

 

Montag 13. Juli 2020

Der nächste Tag war „Reisetag“. Bevor wir Bormio verließen, holten wir noch mein Rennrad ab und machten uns auf Richtung Meran, genauer gesagt nach „St Martin in Passeier“ zum Campingplatz. Zuvor mussten wir aber erneut mit dem WoMo den doch recht schmalen Umbrailpass fahren und ich war froh als wir es geschafft hatten. Gegen frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel, richteten unseren Platz ein und erkundeten zu Fuß die Umgebung.

 

Dienstag 14. Juli 2020

IMG 0624Heute stand ein erneut anspruchsvoller Pass auf dem Programm. Das „Timmelsjoch“(2474m)! Mit knapp 1800 Höhenmetern verteilt auf ca. 30 km Streckenlänge von St. Leonhard bis zur Passhöhe ist der Anstieg einer der längsten der Alpen. Das Wetter schien es noch gut mit uns zu meinen. Leichte Bewölkung und um die 20°C als wir uns gegen 9:30Uhr aufmachten. Vom Campingplatz ging es erst einmal bei sehr leichter Steigung nach „St. Leonard am Passeier“ wo wir links Richtung Timmelsjoch abbogen. Der komplette Pass war auf der anderen Seite bei Hochgurgl wegen eines „Moränenabganges“ gesperrt und so waren wir nach wenigen Kilometern einsam unterwegs. Ganz selten kam mal ein Motorrad vorbei. Ich kannte das Timmelsjoch vom Ötztaler Radmarathon und hatte großen Respekt. Wie schon beim Gavia Pass fuhren Dirk und ich die ersten Kilometer zusammen bis jeder sein eigenes Tempo gefunden hatte und ich mich ein Stückchen absetzte. Nach etwas über 30Km machte ich an einer Hütte halt, wartetet auf Dirk und wir machte eine kurze Pause und kehrten für eine kalte Cola ein. Da wir schon ein wenig an Höhe gewonnen hatten, wehte hier oben ein doch schon recht frischer Wind und ich zog mir meine Windweste über. Dann ging es gemeinsam mit Dirk die letzten 10Km zur Passöhe. Diese, ich erinnerte mich, waren die steilsten und mit Serpentinen bestücken 10Km. Aber am Ende entschädigte der traumhafte Ausblick die Strapazen. Auf der Passhöhe angekommen, es waren jetzt hier oben nur noch ca. 11°C, machten wir die obligatorischen Fotos und stärkten uns auf der Hütte mit einer leckeren Gulaschsuppe. Warm eingepackt ging es nach gut einer halben Stunde später auf die längste Abfahrt die ich je gefahren bin. 30Km nur bergab mit 40-50Km/h und fast Auto- und Motorrad freier Straße. Mehr geht nicht . Unten in St. Leonard angekommen herrschten dann wieder sehr angenehme 28-30°C und wir mussten wir uns erst einmal wieder entkleiden. Dann ging es locker die letzten 10Km zurück zum Campingplatz wo wir die letzten Sonnenstrahlen des Nachmittags genossen. Am Abend dann noch bei leichtem Nieselregen, unter der Markise gegrillt.

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Timmelsjoch:
Seit der Saisoneröffnung 2010 ist das Timmelsjoch zu Recht als „Erlebnisstraße“ zu bezeichnen. Mit dem Motorradmuseum an der Mautstation gibt es seit 2016 eine weitere Attraktion. Während sich die mautpflichtige Seite der 49 Kilometer langen Strecke in Österreich in perfektem, aber fast schon zu gut ausgebautem Zustand zeigt, sind die mautfreien Serpentinen an der italienischen Südrampe eine Herausforderung.Neben der Wintersperre ist die Mautstraße auch im Sommer zwischen 20 und 7 Uhr gesperrt. In Kombination mit Jaufenpass und Kühtai ergibt das Timmelsjoch eine beliebte Motorradrunde.

 

Mittwoch 15. Juli 2020

Heute hatten wir eigentlich vor nach Saalbach bzw. zum Glemmerhof in Viehofen zu fahren. Da aber für morgen in der ganzen Region in Saalbach Regen angesagt war, wollten wir den Tag in Meran hier noch genießen und etwas für die „Kulturbildung“ tun. Wir mieteten uns 2 „alte Drahtesel“ vom Campingplatz und fuhren mit den Rädern nach Meran.

 

Donnerstag 16. Juli 2020

Am heutigen Tag ging es nach dem Frühstück dann endlich Richtung Saalbach. Als wir mit dem WoMo über den Jaufenpass fuhren, ärgerten wir uns diesen nicht am gestrigen Tag mit den Rädern gefahren zu haben, da der Ausblick hier auch wunderschön war. Naja, beim nächsten Ötzaler Radmarathon ist er dann aber dran. Es ging weiter über den Brenner und gegen 15:00Uhr erreichten wir bei leichtem Nieselregen den Glemmerhof. Dort eingecheckt ging es dann noch mal, teils zu Fuß, teils mit dem Bus nach Saalbach. Sah schon alles etwas komisch aus, wenn man hier immer nur im Winter ist. Wir liefen ein bisschen durch den Ort und fuhren anschließend mit dem Bus zurück.

 

Freitag 17. Juli 2020

IMG 0659Die nächsten 2 Tage wollten wir die Rennräder stehen lassen und uns dem Mountain Biking widmen. Da uns die Berge aber im Gelände ein wenig zu steil waren und wir auch neugierig auf E-Bikes waren, hatte wir uns E-Mountainbikes geliehen. Ich hatte für die 2 Tage extra 2 Touren geplant und so folgten wir unserem Navi. Das Wetter war leider nicht so schön, aber das sollte dem Spaß nicht trüben. Nach einer kurzen flachen Tour nach Hinterglemm ging es dann gleich mächtig Bergauf über die Hochalmspitze zur Reiterkogelbahn. Ohne E-Motor wäre DAS nicht zu schaffen gewesen. Leider regnete es ab und an was uns aber nicht davon abhielt weiter zufahren. Oben ging es dann kreuz und quer bis zur Kohlmaisbahn. Hier sind wir dann weiter auf dem Wurzeltrail. Irgendwie waren wir dann wohl so konzentriert, das wir uns verfahren hatten und von dem normalen Wegen abgekommen sind. Zwei Arbeiter die wir trafen machten uns darauf aufmerksam dass das Radfahren hier nicht mehr erlaubt sei. So suchten wir uns den schnellsten Weg hinunter. Als wir unten an der Hauptstraße zwischen Vorderglemm und Viehofen angekommen sind, stellten wir fest das wir die Ladegeräte noch benötigen. So mussten wir noch einmal, mit leeren Akkus!!!!, nach Saalbach fahren und die Ladegeräte holen um anschließend dieselbe Streck wieder zurück zu fahren. Zwischenzeitlich mussten wir uns noch einmal unterstellen, da ein Regenschauer über uns hinweg zog. Kaum am Glemmerhof angekommen kam noch einmal die Sonne raus. Am Abend gab es dann von Marianne (die Wirtin vom Glemmerhof) ein leckeres Abendmahl.

 

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Wurzel Trail:
Der Wurzel Trail ist in einer viel ruhigeren Umgebung am Kohlmais zu finden als die meisten Strecken, die man aus Saalbach Hinterglemm kennt. Es fühlt sich an, als wäre man meilenweit von der Freeride-Szene nahe der Seilbahnen entfernt. Der naturbelassene Pfad verbindet den Kohlmaisgipfel mit dem Wildenkarkogel und verläuft ohne nennenswerte Steigung, dafür aber gespickt mit unzähligen Wurzeln, stets leicht bergauf und bergab an den Bergflanken entlang. Getreu dem Motto „back to the roots“ wurde diese Strecke aus einem alten Pfad adaptiert und nicht extra für Biker angelegt. Östlich des Kohlmaisgipfels, direkt hinter der Panorama 6er Sesselbahn, beginnend, führt der Wurzel Trail kilometerlang über Wald- und Wanderwege mit vielen verzwickten Schlüsselstellen bis hinaus zur Schönleitenhütte und nach Leogang. Wurzel-Junkies werden auf diesem Naturpfad wahre Glücksmomente erleben. Für Anfänger wird es hingegen eine etwas holprige Angelegenheit, denn der Name des Trails ist hier Programm.

 

Samstag 18. Juli 2020

IMG 0677Als wir am nächsten Morgen aufwachten sah das Wetter gar nicht gut aus. Leichter Nieselregen und die Berge lagen total in den Wolken. IMG 0676Aber was soll’s, wir waren hier, hatten die E-Bikes in der Garage vom Glemmerhof, also gab es kein zurück. Vorher gab es aber noch ein kräftiges Frühstück. Als wir dann gegen kurz nach 11:00Uhr losfuhren war es wenigstens trocken. Heute wollten wir den Schattberg „bezwingen“. Von Viehofen ging es erst einmal ca. 7Km auf dem Radweg ganz leicht bergauf bis nach Jausern. Dort bogen wir links in einen Wirtschaftsweg ab, der nach einigen 100m dann immer steiler wurde. Sehen konnten wir hier allerdings nicht sehr viel. Es war sehr trüb und viel Bäume versperrten die Sicht. Die Motorunterstützung  hatte wir nur auf 50% gestellt, da wir nicht wieder mit leerem Akku am Ende fahren wollten. Es wurde mit der Zeit immer steiler, auch die Bäume verschwanden langsam, aber so richtig Spaß hatte das Ganze nicht gemacht. Es war aber auch keine besonders schöne Strecke. Das eine oder andere Mal querten wir ein paar Skipisten und die Erinnerungen von Skiurlaub im Februar kamen wieder hoch. Auch wenn wir die Pisten nicht gleich erkannt hatten. Sah es doch im Sommer ganz anders aus als im Winter! Die letzten 2-3Km zum Schattberg hoch wurden noch einmal richtig steil und wir brauchten volle Motorunterstützung um die steilen Passagen hochzufahren. Oben angekommen, sah es „unheimlich“ aus. Dichter Nebel bzw. Wolken versperrten einem die Sicht und es war A... kalt hier oben. Wir waren total durchgeschwitzt und froh das das Restaurant offen hatte. Hier wärmten wir uns bei einer heißen Gulaschsuppe auf und hatten nur noch den Wunsch die Räder abzugeben und ab nach Hause. Da wir aber nicht denselben Weg hinunter fahren wollten, folgten wir den MTB Fahren die alle mit der Gondel hochfuhren. Es ging noch einmal 1-2Km bergauf dann hatten wir quasi den Gipfel erreicht. Hier oben gab es jetzt nur noch einen Weg nach unten. Und zwar den Hackelberry Trail und dem Buchegg Trail hinunter nach Hinterglemm. Dirk und ich schauten uns kurz an da wir unsicher waren ob wir das können, aber dann fuhr ich einfach los und Dirk hinterher.

Jetzt begann erst der RICHTIGE Spaß.

Am Anfang fuhren wir noch ein bisschen vorsichtig, aber mit immer mehr Sicherheit ließen wir es laufen. Unten in Hinterglemm angekommen, sahen wir aus wir die Schweine. Die Räder und wir waren über und über mit Matsch voll. Aber wir waren super HAPPY. Am Ende des Trails gab es noch ein Radwaschanlage wo wir unsere Räder säuberten, dann ging es mit voller Motorunterstützung, die Akkus waren ja noch fast voll, mit maximaler Geschwindigkeit die letzten 5-6Km zurück nach Saalbach wo wir die Räder wieder zurück abgaben. Von Saalbach zum Glemmerhof ging es dann wieder mit dem Bus zurück, während es wieder anfing zu regnen. Was uns jetzt aber egal war. Der Hacklberg Trail hat jedenfalls unseren Tag gerettet. Auch hatten wir beschlossen nie wieder ein MTB mit E-Motor zu mieten. Mit dem MTB und der Gondel auf den Berg und Downhill hinunter, das ist ist wie Skifahren im Winter, einfach super!. Am Glemmerhof angekommen, gabe es wie immer eine heiße Dusche. Anschließend ruhten wir uns noch ein wenig aus, bevor es dann zum Abendessen ging.

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Hacklberg Trail

Es ist wahr, was die Community über den legendären Hacklberg Trail zu erzählen hat: ein einzigartiger Ausblick; Passagen, bei denen man auf den Zug am Bremshebel getrost einmal verzichten kann; perfektes Gefälle, das kräftezehrendes Treten überflüssig macht; unzählige Wellen und Jumps, die für viel Airtime sorgen und auch zum Stylen einladen. Der Hacklberg Trail startet am Schattberg in Saalbach und führt über den Westgipfel nach Hinterglemm. Er ist einer der schönsten Singletrails im Tal und längst über die Grenzen hinweg bekannt. Mit einer Länge von sechs Kilometern ist diese Panoramaabfahrt ein wahrer Spielplatz für Mountainbiker. In Kombination mit dem anschließenden Buchegg Trail vereint diese Strecke feinste Singletrails und zehn Kilometer Abfahrtsspaß über 1.000 Höhenmeter. Wer gerne Community-Luft schnuppert, fährt den Trail am besten spätnachmittags. Dann füllen sich die Terrassen der am Wegesrand liegenden Almen mit Mountainbikern.
Kleine Video zum Hackelberg Trail

Buchegg Trail
Er beginnt oberhalb von Hinterglemm beim Bergstadl, der einigen von Euch sicherlich vom Winter als lässige Apres Ski Location bekannt sein wird. Ab dem Bergstadl windet er sich mit sanftem Gefälle, steilen Kurven, fetten Sprüngen und lässigen Anliegern bis vor die Haustür des gleichnamigen Buchegg-Resorts. Entlang des Buchegg Trails sind keinerleih Schwierigkeiten und technische Fallen zu erwarten. Nehmt ruhig die Finger von den Bremsen und lasst es ordentlich krachen. Dafür ist der Buchegg Trail da. Das wirklich Tolle beim Buchegg Trail ist, er schließt endgültig die Trail-Lücke vom Bergstadl ins Tal. Was heißt das jetzt? Bisher gab es ab der Hackelberg Alm nur die Möglichkeit, über den Forstweg ins Tal zu fahren. Jetzt kann man ab dem Bergstadl in den Buchegg Trail einbiegen und genießt Trail-Action bis zum Schluss. Der Trail beginnt sehr einfach und man kann getrost Geschwindigkeit aufnehmen. Ab der Buchegg Alm wird er etwas steiler und man sollte den Speed kontrollieren. 

 

Sonntag 19. Juli 2020

Heute sollte eigentlich dfer Großglockner Hochalpenstraße „bezwungen“ werden. Da es aber fast die ganze Nacht durchweg geregnet hatte, es am Morgen immer noch leicht tröpfelte und auf dem Großglockner leicht Schneite, entschieden wir uns nach dem Frühstück die Heimreise anzutreten. Mit einem weinendem Augen auf den Großglockner und einem lachendem Auge unsere liebsten Wiederzusehen machten wir uns dann auf den Weg nach Hause wo wir am späten Abend unsere liebsten in die Arme schlossen.

 

Fazit:

Es waren fantastische 11 Tage die ich mit Dirk erleben durfte. Wir durften die schönsten Pässe den Alpen fahren und hatten sehr viel Spaß. Warum eigentlich immer Wettkämpfe wenn man auch so viel Erleben und Spaß haben kann. Diese Tour bleibt jedenfalls unvergesslich!

Zum Fotoalbum der gesamten Tour